Bei der Firma Hans Hunziker AG, die mit 60 bis 65 Angestellten heute wohl bedeutendste Arbeitgeberin von Moosleerau, prägt ein Todesfall die Anfänge. Robert Hunziker hat 1905 im Unterdorf eine Zimmerei gegründet. Er starb während des Aktivdienstes im Ersten Weltkrieg an einer Lungenentzündung. So musste 1914 sein Bruder Hans, damals 23-jährig, die Firma übernehmen. Und er gibt dem Unternehmen bis heute den Namen.

Direkte Linie

Hans Hunziker ist der Grossvater der beiden heutigen Firmeninhaber, den Zwillingen Jürg und Markus Hunziker. «Ich bin überzeugt, dass er Freude hätte, zu sehen, dass sein Lebenswerk weitergeht», sagt Geschäftsführer Markus Hunziker. 1968 ist Hans Hunziker verstorben.

Die Moosleerber Firma blieb stets in direkter Linie in Familienbesitz, denn Hans Hunzikers Söhne Hubert und Hansueli übernahmen den Betrieb von ihrem Vater, als dieser starb. 1976 verliess Hansueli die AG und wurde Bankverwalter der Bank Leerau.

Bereits Robert Hunziker hatte der Zimmerei 1912 eine Sägerei angegliedert, Hans Hunziker 1923 eine Schreinerei. Und in den 30er-Jahren begann die Firma mit Baumeisterarbeiten. Markus Hunziker weiss von seinem Vater, dass es damals nicht immer einfach gewesen sei, die Arbeiter zu beschäftigen und den Lohn rechtzeitig zu bezahlen.

Als «familiär» bezeichnet Markus Hunziker das Klima, die Firmenkultur: «Es ist ein Geben und ein Nehmen.» Es gebe Leute, die der Firma lange die Treue hielten und solche, von denen man sich rasch wieder trenne, sagt er. Als Beispiel für Firmentreue nennt er den seit 2011 pensionierten ehemaligen kaufmännischen Leiter Walter Uebelhart, 1977 in die Firma eingetreten, der noch jetzt alle 14 Tage einen halben Tag arbeitet und im Verwaltungsrat sitzt.

Markus Hunziker selber hat Maurer gelernt und die Bauführerschule gemacht: «Bauen ist etwas Schönes; ich würde es wieder so machen.» Mit dem Bau des Moosleerber Einkaufszentrums Ruesserain in den Jahren 1982/83 erweiterte die Firma ihr Tätigkeitsgebiet um eine Immobilienabteilung. Und mit dem Neubau der Schreinerei 1984 stellte man den Sägereibetrieb ein.

«Bauwelten.ch» – so tritt die Hans Hunziker AG im Internet auf. «Was wir an einem Haus machen, umfasst fast 50 Prozent der Wertschöpfungskette», sagt Markus Hunziker. Bauen, Innenausbau, Umgebungsarbeiten. Auch die Bauführung liegt in Hunzikers Händen, nicht aber die Arbeit des Architekten. «Ein Architekt ist ein Ästhet, ein halber Künstler. Wir wollen Häuser mit Mehrwert bauen, aber es muss betriebswirtschaftlich aufgehen», umreisst er seinen Anspruch an Hunziker-Bauten, ob Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhäuser.

Strukturen für die Zukunft

1991 hat die dritte Generation, Felix, Jürg und Markus, die Aktien der Firma übernommen. Jürg und Markus, nun 53 Jahre alt, haben 2007 die Aktien von Felix übernommen. Drei Jahre später ist ihr Vater, Hubert Hunziker, gestorben.

Wie geht es weiter? Gibt es eine vierte Generation als Inhaber der Firma? Markus Hunziker will keinen Druck machen. Die Besitzer Jürg und Markus Hunziker haben zusammen sechs Kinder. «Wir schaffen Strukturen, damit nächste Generationen miteinander arbeiten können. Können, nicht müssen», betont er.

Zu diesen Strukturen gehören auch die verschiedenen Firmenteile wie die Holzbau AG, die Hubag Immobilien AG oder die Drilljet AG. Letztere ist im Tiefbau tätig und macht vor allem Bohrungen, sei es in den Bergen oder für Werkleitungen im Siedlungsgebiet. Deren Geschäftsführer ist Philipp Hochuli. «Ich habe ihn einst als Maurerstift angestellt», sagt Markus Hunziker.