Nach ersten Besuchen hatten Matina Hämmerli und Bruno Jehle gleichaltrige Inder kennen gelernt, die bereit waren, etwas gegen Armut und Elend in ihrem Land zu unternehmen. Gemeinsam gründeten sie die indische Stiftung RISDT (Rural India Self Development Trust). Sie fingen ganz einfach an, pflanzten Obstbäume auf Brachland und versorgten die Menschen auf den Dörfern mittels Velos mit der allernötigsten medizinischen Hilfe. Jehle und Hämmerli sammelten Gelder, besuchten alljährlich die Projekte, besprachen die Strategie mit den indischen Partnern und dokumentierten die Aktivitäten für die Schweizer Spender.

Stiftung betreut 5 Mio. Menschen

Heute beschäftigt die Stiftung über 300 Angestellte. Sie betreut 5 Millionen Menschen mit verschiedensten medizinischen und sozialen Aktivitäten und verfügt über 3 Kliniken (Lepra-, Tuberkulose- und Allgemeinklinik), eine Schule für 1200 Schüler sowie einen landwirtschaftlichen Betrieb. Ein loser Projektträgerverein mit einigen institutionellen und vielen privaten Spendern finanzierte den Aufbau über viele Jahre.

Vor drei Jahren gründeten Jehle und Hämmerli den gemeinnützigen Verein Kalpas (www.kalpas.ch), der Spenden sammelt und jungen Volontären den Aufenthalt in den Projekten ermöglicht. Der Kulturaustausch zwischen Indien und der Schweiz sei ein zentrales Thema, sagen die Initianten. Viele der Spender hätten selber die Projekte besucht und gesehen, wie mit kleinen Beträgen viel Leid verhindert werden könne.

Oft fehlt es am Nötigsten, Mangelernährung und das Fehlen jeglicher medizinischer Versorgung sind für rund ein Drittel der Bevölkerung ein zentrales Problem. 70 Prozent der Aktivitäten sind inzwischen selbsttragend. Förderung und Hilfe für Bedürftige werden durch Einnahmen aus Spital und Schule mitfinanziert. Der wachsende indische Mittelstand könne inzwischen ebenfalls um Hilfe angefragt werden, schreiben die Initianten. Ein Ziel sei es die Aktivitäten so nachhaltig zu gestalten, dass einmal keine Hilfsgelder aus dem Westen mehr benötigt werden. (az)