Unterkulm/Gränichen
Zwei Dörfer finden sich im Wald

Die beiden Gemeinden Unterkulm und Gränichen legen ihre Forstbetriebe zusammen. Der neue Gemeindevertrag ist unterzeichnet. Mit dem Zusammenschluss liegen sie im Trend.

Peter Siegrist
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Beat Baumann, Roger Müller, Hans Fellmann und Andrea Geissmann signieren den Forstvertrag. psi

Beat Baumann, Roger Müller, Hans Fellmann und Andrea Geissmann signieren den Forstvertrag. psi

Die Gemeindeammänner Roger Müller (Unterkulm) und Hans Fellmann (Gränichen) haben gemeinsam mit ihren Kanzlern Beat Baumann und Andrea Geissmann den Gemeindevertrag unterzeichnet.

Bereits seit 2008 arbeiten die Forstbetriebe von Unterkulm und Gränichen zusammen unter der Leitung von Förster Markus Wildi. Das habe gut funktioniert, erklärte der Gränicher Vizeammann Hanspeter Lüem, «aber wenn für einen Forstbetrieb zwei getrennte Rechnungen geführt werden, ist es zu wenig effizient».

Der Trend im Forstwesen deute im Kanton klar in Richtung Zusammenschluss von Betrieben, sagte Lüem. 1960 gab es im Aargau 208 Forstbetriebe, heute sind es noch deren 80. Wirtschaftlicher Druck, die Mechanisierung und die bessere Berufsausbildung führten dazu, so Lüem, dass ein Forstamt grössere Waldflächen betreuen könne.

Ortsbürger bleiben Waldbesitzer

Mit dem Gemeindevertrag wurde für Unterkulm und Gränichen ein gemeinsames Forstrevier als unselbstständige öffentliche Anstalt gegründet. Aufgrund der Waldflächen sind die beiden Ortsbürgergemeinden wie folgt beteiligt: Gränichen 77,6 Prozent und Unterkulm 22,4 Prozent. Der neue Betrieb ist grundsätzlich kostendeckend zu betreiben. Bei den Gebäuden hat der Forst für deren Unterhalt aufzukommen, Investitionen an den Gebäuden werden hingegen von den Ortsbürgergemeinden getragen. Rund 1000 Hektaren Wald gehören jetzt in den Verantwortungsbereich von Förster Markus Wildi und seinem Team.

Die Zusammenarbeit Gränichen-Unterkulm hat sich ergeben, weil die umliegenden Waldungen ebenfalls alle in regionalen Forstbetrieben zusammengefasst wurden. Der Sitz des Forstbetriebes ist in Gränichen. Beide Partner bringen ihre Mobilien – Maschinen, Geräte und Büromobiliar – als Betriebsmittel in den Betrieb ein.

Die stimmberechtigten Ortsbürger entscheiden jeweils über die Geschäfte des Forstbetriebes, sie genehmigen künftig Budget und Rechnung und beschliessen allfällige Änderungen an diesem Gemeindevertrag. «Die Rechnung wird stimmen», sagte Lüem, «wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.»

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