Attelwil

Zwei Attelwiler leben bald in marokkanischer Oasenstadt

Max und Irma Gugelmann.

Max und Irma Gugelmann.

Zum ersten Mal reiste Irma Gugelmann vor 17 Jahren nach Marokko. «Auf Anhieb hatte es mir dort gefallen», erinnert sie sich. Bald wird das Ehepaar Gugelmann nach Marokko reisen. Das Haus in Attelwil haben sie bereits verkauft.

Als sie vor 17 Jahren zurück in die Schweiz kam, schwärmte sie vor ihrer Familie in den höchsten Tönen vom nordafrikanischen Land. Die Familie war allerdings skeptisch. Auch die Idee Marokko gemeinsam zu bereisen, fand nicht viel Anklang. Besonders Irma Gugelmanns Tochter Chantal meinte, dass es in der Wüste wohl nichts gebe, was sie interessieren könnte.

Hauskauf in einem Tag

Vier Jahre später landete die Familie Gugelmann auf dem Flughafen Marrakesch. Die gebuchte Rundreise führte die Reisegruppe in die angrenzende Wüste und durch die Vorläufer des Atlasgebirges.

«Mir gefällt das einfache Leben, das die Marokkaner führen. Als Frau wirst du hier auf Händen getragen», sagt Irma Gugelmann. Voraussetzung sei lediglich, sich ein kleines bisschen anzupassen. Dazu gehöre, dass Schultern und Knie von der Kleidung bedeckt werden. Besonders angetan hatte es den Attelwiler die Oasenstadt Tinghir. Darum fragten sie dort an der Hotelrezeption, ob in der Nähe ein Haus zu kaufen sei. Der Hotelgärtner organisierte sofort eine Besichtigung von fünf Häusern für den nächsten Tag. Beim Zweiten sei bereits klar gewesen: «Hier wollen wir leben.» Schon einen Tag später gehörte das ziemlich marode Haus den beiden Suhrentalern.

Eine Türe bleibt offen

Bald wird das Ehepaar Gugelmann nach Marokko reisen. Das Haus in Attelwil haben sie bereits verkauft. In Zukunft wollen sie den Frühling und den Herbst in Tinghir geniessen. In der übrigen Zeit werden sie in Luzern wohnen.

In den vergangenen Tagen beluden Gugelmanns ihren Schiffcontainer. Dieser fährt nun mit dem Lastwagen nach Basel und von dort per Schiff nach Hamburg. Von Hamburg aus wird Gugelmanns Hab und Gut auf einem grossen Containerschiff den Hafen von Casablanca ansteuern. Eine Tagesreise ist es von dort noch nach Tinghir.

Schon ein bisschen wehmütig

Max Gugelmann gibt zu, dass er gemischte Gefühle hat. Er freue sich auf sein neues Zuhause. «Mein Herz ist aber auch ein bisschen wehmütig», sagt er. Er habe 30 Jahre lang seine ganze Freizeit in das Haus in Attelwil gesteckt. «Das kann man nicht einfach so wegwischen.» Seine Frau freut sich vor allem auf die Menschen. «Wir konnten uns in Marokko in kurzer Zeit einen grossen Freundeskreis aufbauen.» Sie freue sich darum jetzt schon auf das Quartierfest, sobald das Haus in Tinghir offiziell bezogen werden könne. (TIZ)

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