Kreisschule

Zusammenlegung der Oberstufen: Gontenschwil muss in den sauersten Apfel beissen

Grosses Opfer für Gontenschwil: Der Gemeinderat würde die bestehende Kreisschule Homberg lieber im Dorf behalten.

Grosses Opfer für Gontenschwil: Der Gemeinderat würde die bestehende Kreisschule Homberg lieber im Dorf behalten.

Bei der Abstimmung um die Zusammenlegung der Oberstufen im Wynen- und Seetal, hat die Gemeinde Gontenschwil kaum eine Alternative – die Kinderzahlen reichen nicht.

Bis Mitte Juni entscheiden elf Gemeinden im Wynen- und Seetal darüber, ob sie ihre Oberstufen (Bez, Sek, Real) in der Kreisschule aargauSüd zusammenlegen wollen. Menziken verliert zwar seine Bezirksschule (aktuell drei Abteilungen), aber keine andere Gemeinde muss ein so grosses Opfer bringen wie Gontenschwil.

Entsprechend wenig euphorisch war die Stimmung an einem Informationsabend, den die Gontenschwiler gemeinsam mit den Zetzwilern durchführten. Letztere haben bereits keine Oberstufe mehr. In Gontenschwil gibt es dagegen noch fünf Sek/Real-Klassen – auch weil Reinacher Schüler innerhalb der bestehenden Kreisschule Homberg nach Gontenschwil müssen (obwohl es im eigenen Dorf eine Sek/Real hätte).

Ob die älteren Gontenschwiler Kinder ab dem Sommer 2020, dem Datum der voraussichtlichen Einführung des neuen Oberstufen-Regimes, nach Reinach oder nach Kulm müssen, steht im Moment noch nicht fest.

Klar ist: In Gontenschwil wird es danach ein Schulhaus haben, für das noch ein Nutzen gefunden werden muss. Klar ist weiter: Gontenschwil wird künftig Schulgeld zahlen müssen. «Mehr als 300 000 Franken pro Jahr», wie Frau Gemeindeammann Renate Gautschy erklärte. Unbeantwortet blieb am Info-Abend die Frage nach einer allfälligen Steuerfusserhöhung (aktuell 112 %).

Zahlen gegen Gontenschwil

Renate Gautschy machte keinen Hehl daraus, dass sie und der gesamte Gemeinderat die Oberstufenschule lieber im Dorf (2112 Einwohner) behalten würden. «Wir alle haben unsere Schule, unsere Lehrer im Herzen», betonte die FDP-Politikerin. «Aber wir haben die Kinderzahlen nicht.» Noch deutlicher sagte es Dieter Heuscher, der das Kreisschul-Projekt als Mitglied der bestehenden Kreisschulpflege Mittleres Wynental vertrat: «Die Zahlen sind im Moment nicht der Freund von Gontenschwil.» Die Bezirksschüler werden bereits jetzt ausserhalb des Dorfes unterrichtet.

Können die Gontenschwiler an der Gemeindeversammlung vom 8. Juni Nein sagen zum Beitritt zur neuen Kreisschule? Theoretisch ja, aber praktisch würde es dann für das Dorf sehr schwierig. Es würde seitens des Kantons kein Geld mehr fliessen, weil die Gemeinde dessen Bedingungen (mindestens sechs Abteilungen Sek und Real) nicht mehr erfüllen könnte. Also fehlt die Alternative? Dieter Heuscher sagte es sehr diplomatisch: «Es ist keine Erpressung, sondern eine freundliche Einladung zum Mitmachen.»

Aus Sicht von Zetzwil gibt es keine Zweifel: «Man kann es drehen und wenden, wie man will: Es geht nur noch gemeinsam», erklärte Gemeinderat Claudio Zanatta. «Der Gemeinderat Zetzwil findet das Projekt Kreisschule aargauSüd eine gute Sache.» So weit ging Renate Gautschy nicht. Aber sie sagte namens des Gemeinderates: «Es gibt keinen anderen Weg als die neue Schule.» Wegen der Sachzwänge, aber auch, weil in einer grösseren Schule die Kinder von einem breiteren Angebot profitieren (etwa Freifächer).

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