Kölliken

Zusammengefaltet passen die Hebebühnen durch eine Wohnungstüre

Die Chefs: Marc Müller, Fabienne Allenbach und Christian Allenbach (v.l.). Bild: fdu

Die Chefs: Marc Müller, Fabienne Allenbach und Christian Allenbach (v.l.). Bild: fdu

Die HMT AG in Kölliken weiht diese Woche ihr neues Betriebsgebäude ein

Wenn beim Bau der Ersatzbrücke zur Aarauer Kettenbrücke geschweisst wird, dann kommt die Hebebühne der Kölliker Firma HMT AG zum Einsatz. Die Maschine steht dabei auf der halbfertigen Brücke, während der lange Hebearm mit Metallkorb die Schweisser hinunter an die Brückenpfeiler führt. Alles wenige Meter über dem Wasser.

35 Jahre ist es her, seit Ueli Stirnemann, heute 68, seine Firma mit seiner Partnerin Ruth Allenbach in Oberentfelden gründete. Damals waren Sprinkleranlagen sein Kerngeschäft. Um diese effizient zu montieren, benötigte er eine Hocharbeitsbühne. Bald integrierte er die knick-, dreh- und faltbaren Geräte ins Geschäftsmodell. Seit 18 Jahren ist die HMT (die Buchstaben stehen für Hocharbeitsbühnen- und Montagetechnik) in der Kölliker Industrie angesiedelt, nur ein paar Meter von der A1 entfernt. Die Sprinkleranlagen hat man abgestossen, die Hebebühnen haben sich durchgesetzt. Hauptsächlich werden sie vermietet, um bei einer Baustelle zum Einsatz zu kommen.

Die kleinsten Hebebühnen passen durch eine Wohnungstüre

Und das Geschäft mit den Hebemaschinen wächst. So sehr, dass das Betriebsgebäude aus allen Nähten zu platzen drohte. «Wir brauchten mehr Platz fürs Ersatzteillager, für Garagen und eine grössere Werkstatt», sagt Ueli Stirnemanns Tochter Fabienne Allenbach (36), die mit ihrem Partner Marc Müller (42) den Betrieb führt. Der Papa kommt immer noch jeden Tag ins Geschäft, um die junge Generation zu beraten. Zu Einsatzorten in der ganzen Schweiz liefern sie ihre Geräte. Die kleinsten passen (zusammengefaltet) durch eine Wohnungstüre, die grössten haben einen Hebearm von 28 Metern Länge. Auch Hebebühnen auf Raupenfahrzeugen sind darunter, so kann weder schlammiger Untergrund noch ein steiler Hang den Einsatz verhindern. «80 Prozent unserer Kunden befinden sich aber in der Nähe, etwa im Umkreis von 30 Kilometern», sagt Marc Müller.

Die Platznot ist inzwischen behoben. Diese Woche kann das neue Betriebsgebäude der HMT (1400 Quadratmeter) eingeweiht werden, das die Firma für 2,5 Millionen Franken bauen liess. Und mehr Maschinen in der Garage verlangen nach mehr Mechanikern: Nach dem Baustart voriges Jahr wurden neue Mitarbeiter eingestellt. Neun Mitarbeiter zählt das KMU inzwischen. «Ein Mechaniker wartet nur eine limitierte Zahl Hebebühnen», sagt Fabienne Allenbach. So könne die Qualität garantiert werden. Auch das Firmenwachstum schreibt das Leiterpaar ihrer Qualität zu: «Firmen aus dem Ausland können deutlich billigere Offerten machen», sagt Marc Müller. «Wir müssen deshalb mit Verlässlichkeit und Qualität trumpfen.» Jede Maschine würde nach Rückgabe überprüft und wenn nötig umgehend gewartet. Funktioniere sie beim nächsten Einsatz dennoch nicht, werde sie umgehend repariert oder ersetzt.

Ein weiteres Erfolgsrezept: eine überschaubare Firmengrösse halten. «Zu gross möchten wir nicht werden», sagt Marc Müller. «Wir müssen flexibel sein und schnell beim Kunden sein können. Das ist unser oberstes Gebot und das funktioniert nur, wenn wir nicht zu gross sind.»

Flurina Dünki

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