Uerkheim

Zum zweiten Mal Nein zum Hochwasserschutz

So hat das Hochwasser im Oktober 2012 den Kanalweg in Uerkheim geflutet. ran/archiv

So hat das Hochwasser im Oktober 2012 den Kanalweg in Uerkheim geflutet. ran/archiv

Zum zweiten Mal hatte die Gemeinde Uerkheim an der Urne über das Hochwasserschutzprojekt zu bestimmen. Zum zweiten Mal wurde es bachab geschickt. Die Stimmbeteiligung war hoch, das Ergebnis kanpp.

Der Hochwasserschutz in Uerkheim kommt nicht vom Fleck: Zum zweiten Mal wurde ein Projekt nach einem Referendum an der Urne abgelehnt. Alles begann mit dem Hochwasser im Oktober 2012. Es war ein Hochwasser, wie es die Uerke seit Jahrzehnten nicht mehr geführt hatte, sie trat über die Ufer und überschwemmte Keller.

Der Gemeinderat packte das Problem schnell an. Schon an der nächsten Gmeind wurde über ein Projekt abgestimmt, welches den Hochwasserschutz in den betroffenen Gebieten Stickelbächlein und im Oberdorf sicherstellen sollte. Der Baukredit wurde nach einigen Diskussionen angenommen, im November 2013 wurde er im Rahmen einer Referendumsabstimmung an der Urne jedoch abgelehnt.

Der Gemeinderat machte sich daran, ein neues Konzept auszuarbeiten. Eines, das den Hochwasserschutz für das ganze Dorf sicherstellen sollte, so wie es das Referendumskomitee forderte. Es wurde eine Hochwasserschutzkommission gegründet, um möglichst alle Interessengruppen einbeziehen zu können. Im Juni dieses Jahres stimmte die Gmeind mit knappem Mehr wieder einem Baukredit zu. Und wiederum wurde das Referendum eingereicht. «Wir sind nicht gegen einen Hochwasserschutz, doch das jetzige Projekt ist viel zu gross», sagte Initiant Peter Leuenberger damals.

Brücken müssen saniert werden

Durch das Projekt soll das Dorf vor einem hundertjährlichen Hochwasser geschützt werden. Gleichzeitig sollen auch die Brücken – die meisten sind laut Gemeinderätin Kirsten Hauri in einem schlechten Zustand – saniert werden. Die unumgänglichen Brückensanierungen alleine würden rund 1,95 Mio. Franken kosten. Werden die Brücken im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutzprojekt saniert, zahlt die Gemeinde dank Beiträgen von Bund und Kanton insgesamt 400 000 Franken weniger: Denn für das Hochwasserschutzprojekt inklusive Brückensanierungen müsste Uerkheim 1,51 Mio. Franken bezahlen. Das sind 26 Prozent von den gesamten Kosten von 5,8 Mio. Franken.

Soweit kommt es nicht. Die Gemeinde hat zum zweiten Mal an der Urne Nein zum Hochwasserschutz gesagt. «Ich bin enttäuscht», sagt Gemeindeammann Markus Gabriel. «Wir müssen den Volkswillen akzeptieren», sagt er. Viel könne der Gemeinderat nicht mehr machen. «Wir können jetzt den Hochwasserschutz für die nächsten zehn Jahre aus der Finanzplanung rausnehmen.» Doch er warnt: «Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser.» Wie es mit den sanierungsbedürftigen Brücken weitergeht, ist noch offen. «Klar ist, dass wir jetzt nicht mehr mit Beiträgen von Bund und Kanton rechnen können.»

Peter Leuenberger, der Initiant des Referendums, hat den Entscheid so erwartet: «Ich bin so leicht zu den Unterschriften gekommen.» Der Entscheid zeige auch, dass zu wenig Leute an der Gmeind teilnehmen. Es sei nun Sache des Gemeinderates, eine Lösung zu finden. «Zuerst braucht es eine Gegenüberstellung der Investitionen und der verursachten Schäden», sagt er. Zudem müsse man die Uerke durch Ausbaggern wieder so herrichten, wie sie vor 30 Jahren war.

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