Am Samstag hat im Mittleren Wynental die Badisaison begonnen. Fünf Gäste wagten bei Huddelwetter den Sprung ins 15 Grad kalte Wasser, gestern war die Badi geschlossen. Ein Kaltstart in die Saison.

Einer, der in der Kulmer Badi seit 35 Jahren bei jedem Wetter anzutreffen ist, ist Peter Haltiner. Als Badmeister sorgt er dafür, dass alles rund läuft. Haltiner sorgt für frisch gemähten Rasen und sauberes Wasser. Dafür wurde er am Samstag geehrt (Foto).

Nach seiner Ausbildung zum Forstwart suchte Peter Haltiner eine Arbeit, bei welcher er seine Liebe zur Natur und zum Sport verbinden konnte. Da kam das Angebot, als Badmeister-Stellvertreter im Schwimmbad Mittleres Wynental zu arbeiten, gerade recht. Sein Einstieg 1982 war unerwartet intensiv: Der damalige Badmeister Roman Steiner brach sich das Bein, die Badi blieb geschlossen, bis Peter Haltiner die Unteroffiziersschule abgeschlossen hatte und den Job übernehmen konnte.

Winterjob im Wald

Nach Steiners Pensionierung 1990 wurde Haltiner als Betriebsleiter gewählt. Anfangs arbeitete er im Winter zusätzlich für die Trägergemeinden Teufenthal, Unterkulm und Oberkulm im Wald. Später übernahm er mit seiner Frau Margrit auch die Pacht des Badirestaurants.

Vieles hat sich in den vergangenen 35 Jahren geändert in der Badi. So wurde das Wasser früher mit Chlorgas und Salzsäure desinfiziert. «Das waren gefährliche Stoffe, regelmässig hat die Feuerwehr im Schwimmbad Übungen abgehalten», sagt Peter Haltiner. Bei der Sanierung 2002 und 2003 wurde das Desinfektionssystem umgestellt.

Haltiner begleitete auch die zweite Renovation des im Jahr 1970 erbauten Schwimmbades, die von 2011 bis 2013 stattfand. Mit den Jahren sei der administrative Aufwand immer grösser geworden, erzählt er. «Mein Vorgänger hatte Ende Saison nur ein dünnes Mäppchen mit Papieren, heutzutage hat man viele Auflagen, man muss beispielsweise Qualitätskontrollen durchführen und ein Betriebshandbuch vorweisen können.»

Wetterfeste Stammgäste

Die Arbeit unter freiem Himmel gefällt dem Badmeister besonders gut. «Ich könnte nie in einem Hallenbad arbeiten», erklärt er. Auch liebt er es, die Anlage für die Gäste in einem tipptoppen Zustand zu halten. Dafür gibt es immer wieder Komplimente und viele Besucher kommen regelmässig, auch von auswärts. So zum Beispiel die «Eisheiligen», ein Grüppchen von Frauen. «Seit ich Badmeister bin, kommen sie bei jedem Wetter», erzählt Haltiner anerkennend. «Früher stiegen sie immer ins Wasser, heute belassen sie es manchmal beim Kaffeetrinken.»

Oft muss Peter Haltiner bei den Gästen mit Nachdruck auf die Einhaltung der Baderegeln pochen. Hat er sich als Kind denn selber immer daran gehalten? Der Badmeister lacht. «Einmal musste ich heimgehen», gesteht er. «Mit anderen Jugi-Buben habe ich im Sandkasten Weitsprung geübt. An spielende Kinder haben wir überhaupt nicht gedacht. Da wurden wir vom Badmeister heimgeschickt, wir haben es nie wieder gemacht.»