Attelwil
Zukunft der Kanzlei ungewiss

Alleingang oder Zusammenarbeit – die Gemeinde prüft, wie die Verwaltung ab Frühjahr geführt werden soll.

Barbara Vogt
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Trudi Rössler und Hans-Günter Seibert arbeiten noch bis Frühjahr zusammen. bA

Trudi Rössler und Hans-Günter Seibert arbeiten noch bis Frühjahr zusammen. bA

Noch sitzen sich Finanzverwalterin Trudi Rössler (63) und Gemeindeschreiber Hans-Günter Seibert (54) in der Gemeindekanzlei gegenüber. Ab nächstem Frühjahr ist das nicht mehr so: Trudi Rössler wird nach 34 Dienstjahren pensioniert, Hans-Günter Seibert hört nach 30 Jahren auf. Sein grosses Pensum auf der Gemeindeverwaltung Hirschthal laste ihn voll aus, sagt er. Er führt die Abteilung Finanzen und Steuern.

Drei Jahrzehnte arbeiteten die beiden zusammen. Augenzwinkernd meinen sie: «Wir waren ein eingespieltes Duo, ein Dream-Team.» Sie hätten sich ideal ergänzt. Dadurch sei es auch möglich gewesen, die Arbeit in zwei Teilzeitpensen aufzugliedern.

Info an Gemeindeversammlung

Der Gemeinderat wägt zwischen zwei Varianten ab: Entweder wird die Kanzlei mit einem neuen Verwaltungsmitarbeiter weitergeführt oder sie wird extern betreut. Das heisst: Eine Gemeinde (oder mehrere) aus dem Suhrental führt die Abteilungen Verwaltung, Einwohnerkontrolle, Finanzen, Steuern. Diese Lösung hätte den Vorteil, dass man die Ressourcen einer anderen Gemeinde nutzen könnte, sagt Lehner.

Ein Nachteil: Die Bevölkerung aus Attelwil kann nicht mehr auf die eigene Kanzlei, sondern müsste auswärts gehen. «Für die älteren Leute kann das schwierig sein», findet der Ammann. Auf der anderen Seite sei die Kanzlei in Attelwil auch heute nicht immer geöffnet. Er fragt sich: «Wie viele Einwohner gehen in der heutigen Zeit überhaupt noch auf die Verwaltung?»

Fusion noch kein Thema

Bliebe die Gemeindeverwaltung selbstständig, müsste ein Allrounder gefunden werden, der gerne eine kleine Verwaltung führt. Eine solche Person zu finden, sei nicht ganz einfach, sagt Lehner. «Der Arbeitsmarkt ist ausgetrocknet und junge Fachleute wollen in grossen Verwaltungen arbeiten.»

Eine Fusion mit einer anderen Gemeinde hat für den Gemeindeammann momentan nicht erste Priorität. Das sei ein Projekt, das man gemeinsam und längerfristig mit anderen Gemeinden aus dem Tal anpacken müsse, so Lehner.