Petitio

Zu hohe Kosten: Aus der gewünschten Buslinie in den Luzern wird nichts

Das Postauto auf dem Weg zur letzten Ruedertaler Haltestelle «Schiltwald». Alex Spichale

Das Postauto auf dem Weg zur letzten Ruedertaler Haltestelle «Schiltwald». Alex Spichale

Mittels Petition sollte das Ruedertal verkehrstechnisch näher an die anliegenden Luzerner Gemeinden rücken. Doch für den Kanton sind die Kosten zu hoch.

Wer vom Ruedertal mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Sursee fahren will, der wird auch in Zukunft den Umweg über Schöftland machen müssen. Das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt wird die via Petition gewünschte ÖV-Anbindung des Ruedertals an die angrenzenden Luzerner Gemeinden nicht in ihre Mobilitätsstrategie aufnehmen. Dies teilte der Kanton kürzlich dem Gemeinderat Schmiedrued-Walde mit. Der Gemeinderat wandte sich an den Kanton, nachdem der Schlossrueder EVP-Grossrat Uriel Seibert auf der Petitionsplattform petitio.ch 110 Unterstützer für sein Anliegen einer Verbindung der Postautolinien des Ruedertals mit denjenigen der angrenzenden Luzerner Gemeinden gefunden hatte.

Reisezeit würde sich halbieren

Gut drei Kilometer von Schmidrueder Haltestelle «Schiltwald Wendeplatz» in entfernt befindet sich eine Haltestelle im luzernischen Schlierbach. Durch eine Anbindung ans Aargauer Netz würde sich die Reisezeit nach Sursee etwa halbieren. Die im Dezember 2016 vom Grossen Rat beschlossene Strategie «mobilitätAARGAU» beinhaltet eine auf die zukünftige Siedlungsentwicklung basierende Gestaltung des öffentlichen Verkehrs.

Seine negative Antwort begründet der Kanton unter anderem damit, dass «mobilitätAARGAU» für den ländlichen Entwicklungsraum lediglich eine Basiserschliessung mittels öffentlichem Verkehr vorsieht. Hauptargument sind jedoch die hohen Kosten, die ein Ausbau der Linie mit sich bringen würde und die verhältnismässig wenigen ÖV-Nutzern gegenüberstünden. «In Anbetracht der tiefen Kostendeckung der Haupt-Postautolinie im Ruedertal ist es absehbar, dass die Mehrkosten einer grenzüberschreitenden Buslinie niemals gedeckt werden können», sagt Mediensprecher Giovanni Leardini. Eine gemeinsame Betrachtung der Situation mit den Luzerner Ratskollegen habe zum selben Fazit geführt.

«Die direkte Busverbindung nach Sursee wäre eine Bereicherung für die Gegend gewesen, insofern ist die negative Antwort schade», sagt Seibert. Er kenne einige Leute, die im Kanton Luzern arbeiten und eine direktere Verbindung begrüssen würden. Nach der Lancierung seiner Petition habe er Rückmeldungen von weiteren Rudertalern erhalten, die sich einen Ausbau der Linien wünschten. Unerwartet sei die Reaktion des Kantons angesichts der aktuellen Spardebatte aber nicht. Einen Vorstoss im Grossen Rat zum Thema plane er nicht. Ein solcher wäre nach der negativen Antwort des Kantons nicht sinnvoll.

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