Garstiger könnte das Wetter kaum sein: Dauerregen und böige Winde, die den Niederschlag beinahe quer auf die Teilnehmer des Clean-up-Days loslassen. 26 Unentwegte kennen nichts. Sie machen sich auf den Weg durch Schöftlands Quartiere. Organisiert natürlich: Roger Maurer vom Bauamt drückt jeder Gruppe einen Plan in die Hand.

Für Familie Ramseier und Monika Widmer führt die Route den Staudenrainweg hoch. Bierbüchsen, Papier, eine Getränketüte, vor allem aber Zigarettenstummel füllen die Säcke. Alle aufzupicken geht nicht. «Den Schal nehme ich jetzt; er hängt schon seit mehr als einer Woche da», sagt Pascal Ramseier. Nässe bringt mehr Gewicht. Und am Ende wird gewogen; die Raiffeisenbank spende je nach Gewicht einen Betrag für die flinken Finken, die jungen Suhrentaler Naturschützer.

«Ich hab mal einen Schirm gefunden, der heute noch funktioniert», sagt Monika Widmer, derweil der Zweitklässler Tobias Ramseier beim Aufnehmen von Tüten, Plastikbechern und Zeitungen seine Feinmotorik trainiert. Eines wird schnell klar: In Quartieren ohne Durchgangsverkehr liegt kaum etwas auf der Strasse.

Dann gehts hinunter zur Ruederstrasse, wo die Abfalldichte deutlich zunimmt. In den Teichen am Hermenbächli ist Grasfroschlaich zu sehen. Aber Abfall? «Erfreulich wenig», meint Andrea Ramseier. Auch am Waldrand und ums Waldhaus herum herrscht Ordnung. «Viel Erfolg!», wünscht ein Passant mit Hund. Der Spaziergang zurück zum Werkhof erfüllt seinen Wunsch; die Säcke füllen sich ordentlich. «Schau dort, ein Plastiksack!», sagt Andrea Ramseier, und Tobias rennt.

Auf dem Weg durchs Fehlmann-Areal zur Picardiestrasse kommt einiges zusammen. Von der Damenbinde bis zur Velolampe, vom Single-Handschuh bis zur Autobahnvignette. «Riserva», sagt Pascal Ramseier anerkennend, als er ein Nest mit leeren Weinflaschen aushebt. Das gibt Gewicht! Wogegen die Energy-Drink-Dosen weniger in dasselbe fallen. «Zu über 90 Prozent hat der Abfall mit Sucht zu tun.» Monika Widmers These kann nicht so daneben sein: Zigaretten, Bier in Flaschen und Dosen von Feldschlösschen über Heineken bis Eichhof.

Damenslip am Strassenrand

Zurück im Werkhof winkt ein gemütliches Beisammensein bei Wurst und Brot und Bier und Kaffee. Fundgegenstände bieten Raum zu Spekulationen über die Geschichten dahinter. Wie kommt ein Damenslip an den Strassenrand? Gesammelt wurden 188 Kilo Müll, 13 Kilo mehr als im Vorjahr. Wars doch das Wasser?