Bezirksgericht Zofingen
Zitterpartie trotz SVP-Support: Wird Roberta Giezendanner Richterin?

Schafft Quereinsteigerin Roberta Giezendanner am Sonntag die Wahl ans Bezirksgericht Zofingen? Einfach wird es für die Ehefrau von SVP-Nationalrat Ueli Giezendanner trotz grosser Unterstützung nicht.

Urs Helbling
Merken
Drucken
Teilen
Roberta und Ueli Giezendanner haben im Juni in Zofingen geheiratet.

Roberta und Ueli Giezendanner haben im Juni in Zofingen geheiratet.

Spätestens seit das Zofinger Tagblatt am 22. Juli schrieb, «Die Neubesetzung stösst teilweise auf Unverständnis – und lässt die Gerüchteküche brodeln», ist der Fall klar: Die Wahl von Roberta Giezendanner-Baumann (53) ans Bezirksgericht Zofingen wird kein Spaziergang. Der Gattin von Nationalrat Ueli Giezendanner (63) droht die Nichtwahl. Sie kämpft – und die Zofinger SVP-Elite unterstützt sie dabei. So erschien am Mittwoch ein Inserat für Roberta Giezendanner, unterzeichnet vom sonst sehr zurückhaltenden Alt-Regierungsrat Ernst Hasler (SVP).

Die Ausgangslage ist nicht einfach: Im ersten Wahlgang hatte die damalige SVP-Kandidatin Claudia Lengyel-Zimmerli (41) ein gutes Resultat gemacht, aber das absolute Mehr verpasst. Trotz der komfortablen Ausgangslage entschied sie sich, nicht nochmals anzutreten und sich stattdessen für einen Sitz im Rothrister Gemeinderat zu bewerben. Als Ersatz zauberte die SVP quasi über Nacht Roberta Giezendanner-Baumann aus dem Hut. Die Quereinsteigerin erklärte, Rechtsfragen würden sie sehr interessieren und faszinieren: «Mit meiner Lebens- und Berufserfahrung bringe ich die Anforderungen für eine Laienrichterin mit.»

Roberta Giezendanner-Baumann ist in Aarburg aufgewachsen und lebt heute in Rothrist. Sie arbeitet als Produktmanagerin im Berner Warenhaus Loeb.

Der Grosseinsatz ihrer SVP-Freunde ist nötig, denn die FDP und die CVP haben sich gegen Roberta Giezendanner verbündet. Die CVP hat ihren Kandidaten, der im ersten Wahlgang den dritten Platz erreichte, zurückgezogen und unterstützt jetzt die FDP-Anwärterin: Sylvia Langenegger Widmer (44, Oftringen) ist dreifache Mutter, Juristin und Anwältin. Im ersten Wahlgang erreichte sie 2958 Stimmen. Sie dürfte am Sonntag die meisten Stimmen der CVP erhalten und auch aus grünliberalen Kreisen unterstützt werden. Deren Kandidat tritt ebenfalls nicht mehr an.