Noch vor zwei Monaten drohte das Steueramt Moosleerau-Reitnau-Attelwil zu verwaisen. Gestern wurde es offiziell in das Regiosteueramt Schöftland ausgelagert (siehe Box unten). Die AZ hat Ammann Rolf Buchser gefragt, welche Folgen das mit sich bringt.

Im Januar kommen zum Regiosteueramt (Schöftland und Kirchleerau) zwei Gemeinden hinzu. Hat die Gemeinde das Pensum aufgestockt?

Rolf Buchser: Mit der Erweiterung des regionalen Steueramtes wird die Zahl der Steuerpflichtigen deutlich erhöht. Dementsprechend muss auch das Stellenpensum um 150% erhöht werden.

In Schöftland befinden sich bereits mehrere regionale Ämter.

In der Schöftler Gemeindeverwaltung sind ausser dem Regiosteueramt die regionale Bauverwaltung, das regionale Betreibungsamt und das regionale Zivilstandsamt untergebracht.

Hinzu kommen regionale Organisationen, die in Schöftland einen Sitz haben.

Das sind die Zivilschutzorganisation Suhrental-Uerkental, das regionale Führungsorgan Bevölkerungsschutz, die Regiowehr Suhrental, der Regionalverband Suhrental RVS, die Spitex Suhrental Plus (Muhen und Schöftland), die Regionales Alterszentrum Schöftland AG, Schulen, die Regionalpolizei Zofingen (Aussenstandort).

Bestärkt die Konzentration von Gemeindediensten und Organisationen wie Schul-Oberstufe Schöftlands Stellung als regionales Zentrum?

Je mehr regionale Aufgaben in Schöftland für umliegende Gemeinden wahrgenommen werden, desto mehr bestärkt dies die Zentrumsfunktion. Die Zahl der regionalen Aufgaben und die Gemeindegrösse sind nicht alleine für die Zentrumsfunktion verantwortlich. Massgebend ist die zentrale Lage der Gemeinde, dass alle Nachbargemeinden kleiner sind und Schöftland schon seit vielen Jahren regionale Aufgaben als Dienstleister und Treuhänder für andere Gemeinden übernimmt.

Rechnet Schöftland damit, in Zukunft noch mehr Gemeindedienste zu übernehmen?

Eine weitere Intensivierung und Konzentration der regionalen Zusammenarbeit ist denkbar. Gleichzeitig ist die regionale Zusammenarbeit stark von den politischen Einflüssen und generellen Veränderungen in den Gemeindelandschaften abhängig. Sobald die Gemeindezusammenarbeit auf Stufe Verwaltung erschöpft ist, bleibt letztendlich noch der politische Zusammenschluss, sprich die Gemeindefusion. Dazu sind aber bis dato keine Begehren oder Bemühungen im Gange.

Kommt Schöftland hier platz- oder ressourcenmässig an Grenzen?

Die Platzverhältnisse der Gemeindeverwaltung im Schloss sind beschränkt und nicht weiter ausbaufähig. Mit der Erweiterung des Regionalen Steueramtes ist geplant, die Bereiche Sozialdienst und Betreibungsamt in unmittelbarer Nähe zum Gemeindehaus auszulagern.