Menziken

Wynenthal- und Suhrentalbahn eröffnet Billett-Kiosk – statt Schalter zu schliessen

Am rechten Schalter gibts Billette, am linken Kioskartikel zu kaufen. Rahel Plüss

Am rechten Schalter gibts Billette, am linken Kioskartikel zu kaufen. Rahel Plüss

Die AAR bus+bahn hat am Donnerstag ihren fünften und bisher grössten Billett-Kiosk eröffnet. Dort steht einiges mehr im Angebot als Billette.

Jetzt verkauft die WSB auch am Bahnhof Menziken nicht mehr nur Billette und Reisen, sondern auch Lebensmittel, Blumen und sogar Alkohol. Gestern hat die Bahnbetreiberin im Oberwynental ihre fünfte und bisher grösste Verkaufsstelle mit integriertem Kiosk eröffnet. Geschätzte 1200 Produkte sind im Sortiment. Dass zu einem Kiosk auch ein Lottostand gehört, überrascht nicht, aber sogar Pferdewetten können abgeschlossen werden.

Das Zusatzangebot soll helfen, die ungedeckten Kosten, also all jene Ausgaben, die sich nicht mehr durch den rückläufigen Billettverkauf ausgleichen lassen, zu schmälern. Damit bewegt sich AAR bus+bahn entgegen dem Trend. Statt wie die SBB Verkaufsstellen zu schliessen, baut die WSB aus, integriert neue Sparten in ihr Angebot. «Nicht ohne Risiko», wie Mathias Grünenfelder, Direktor von AAR bus+bahn, im Rahmen der Eröffnung einräumte. Wie überall müsse auch dieser Businessplan fortwährend überprüft und allenfalls angepasst werden. Man hoffe auf ein funktionierendes «Cross-Selling», also darauf, dass jemand, der ein Billett hole, eben mal noch ein Sandwich oder ein Heftli «mitgehen lasse».

Menziken ist ein Kopfbahnhof. Rund 1200 Personen steigen hier täglich ein und aus. Durch den integrierten Kiosk ist der Billettschalter länger geöffnet – definitiv ein Vorteil für die Kundschaft. Ob sich das Verkaufspersonal (vier Angestellte teilen sich total 380 Stellenprozente) noch genügend Zeit für eine Reiseberatung nehmen kann oder man künftig «ewig anstehen muss», wie eine Kundin befürchtet, wird sich weisen. Michael Naef, Leiter Markt- und Unternehmensentwicklung bei AAR bus+bahn, jedenfalls beteuerte, erfahrungsgemäss würden in Verkaufsstellen mit Kiosk etwa gleich viele Reisen verkauft wie in solchen ohne.

Bald Reinach und Schöftland?

Ein «Wermutstropfen», wie Grünenfelder sich ausdrückte, bleibt: Engegen den ursprünglichen Plänen der WSB wird die neue Verkaufsstelle am Sonntagnachmittag geschlossen sein. Das, weil der Menziker Souverän den jährlichen Gemeindebeitrag in Höhe von 10 000 Franken abgelehnt hat.

Verkaufsstellen mit integriertem Kiosk oder Laden betreibt AAR bus+bahn bereits in Oberentfelden, Suhr, Gränichen und Muhen. Die Bahnbetreiberin denkt darüber nach, auch die Billettschalter in Reinach und Schöftland einem solchen «Lifting» zu unterziehen. Derzeit würden «Varianten geprüft» wie es seitens WSB heisst, entschieden sei aber noch nichts.

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