Ab heute ist das Messegelände der Wyna Expo der reinste Ameisenhaufen. Die Aussteller kommen in die Sportanlage Moos, um die 180 Stände mit Leben zu füllen. Gleichzeitig kommt am Nachmittag das 33 Meter hohe Riesenrad. «Es ist auf drei Lastwagen verteilt, die werden für einen Moment für Chaos sorgen», sagt OK-Präsident Christian Schweizer. «Aber das wird schon klappen». Und als wäre das nicht schon genug, könnte noch gleichentags auch schon der Kran kommen, der Kühlcontainer für die Getränke auf das Gelände hievt. Das alles, nachdem die Tennishalle in nur einer Nacht von der Sportstätte zur Messehalle umgebaut worden ist: Gestern Nachmittag wurde dort nämlich noch Tennis gespielt.

Christian Schweizer gehört nun schon seit zehn Jahren dem Organisationskomitee der Wyna Expo an. Mit 180 Ausstellern und erwarteten 30 000 Besuchern ist die Gewerbemesse mittlerweile fast so gross wie die AMA in Aarau.

Die letzte Ausgabe 2016 erreichte mit insgesamt 35 000 Besuchern einen neuen Rekord. Um ihn zu knacken, bräuchte es wohl noch einmal das optimale Wetter von damals. Denn während das Pendant aus der Hauptstadt unter schönem Wetter eher leidet, zieht die Wyna Expo bei Sonnenschein erst recht die Leute an. Zu verdanken hat sie das unter anderem den vielen Aussenattraktionen, etwa den bewährten Helikopterrundflügen und dem Nostalgie-Riesenrad auf dem Ausstellungsgelände.

Neue Halle

Erstmals einbezogen wird die neue Reithalle. Dafür fällt das grosse Zelt auf dem Fussballplatz weg, das 2016 eingesetzt worden ist. «Das hat sich nicht bewährt, deshalb verzichten wir darauf», sagt Christian Schweizer. Dadurch verlagert sich das Messegelände gegenüber der letzten Ausgabe in den Süden. «Alles wird etwas kompakter.» Damit der Wynentaler Grossanlass gestemmt werden kann, laufen die Aufbauarbeiten bereits seit letztem Dienstag. Da waren über 50 Freiwillige, Gewerbeleute, Zivildienstleistende, Landwirte, Lehrlinge und Messebauer zugleich am Hantieren. Vor dem Eintreffen der Aussteller hat sich die Zahl der Arbeiter auf ungefähr 30 reduziert. Sie alle haben allein bis letzten Freitag Material aus 16 Lastwagen verbaut. Es war der erste Regentag für das Team. «Das war perfektes Timing. Wir hatten eben den Aussenaufbau abgeschlossen und konnten ab Freitag drinnen arbeiten», sagt Schweizer. Gleichzeitig habe der Regen den beim Bau aufgewirbelten Staub und Dreck weggeschwemmt und die Zeltbauer noch auf das eine oder andere kleine Leck hingewiesen. Bis Donnerstag, wenn die Wyna Expo für die Besucher ihre Tore öffnet (die Messe dauert vom 2.-5. Mai), hofft Schweizer wieder auf gutes Wetter. Erfahrungsgemäss wird in den Hallen noch bis kurz vor der Eröffnung Chaos herrschen, wenn viele Aussteller auf den letzten Drücker hier etwas umstellen und dort noch ihr Werkzeug aus der Halle schaffen. Zehn Tage wird der Aufbau dann gedauert haben. Nur zwei wird es brauchen, um alles wieder abzubrechen.

Unternehmen überzeugen

Während sich die lokalen Gewerbeausstellungen im Seetal wegen schwierigen Bedingungen umorganisieren (Beinwil am See) oder gar vor einer ungewissen Zukunft stehen (Sega in Seengen), scheint die Wyna Expo weiter zu funktionieren. Woran liegt das? «Wir sind keine dorfinterne, sondern eine regionale Messe», sagt Schweizer. Doch von selber gehe es auch nicht. «Wir lassen uns immer wieder etwas Neues einfallen.» Dieses Jahr kommt der neue Bereich Baustelle hinzu, der entsprechend gestaltet wird und Ausstellern die Möglichkeit gibt, sich passend zu präsentieren. «Mit dem Bereich konnten wir sechs bis acht neue Aussteller gewinnen», so Schweizer. Das sei wichtig, denn auch die Wyna Expo verliere hier und dort Aussteller, auch ganz grosse. «Wenn das Geschäft nicht mehr läuft, wird bei der Werbung halt zuerst gespart.»

Um die Expo am Laufen zu halten, sei Schweizer deshalb auch schon spontan mit einer Idee in einen Laden gelaufen und habe sie vorgeschlagen. «Und die haben dann einer Expo-Teilnahme oft spontan zugesagt.» Für eine erfolgreiche Expo putze er viele Klinken. Die drei grössten Stände werden dieses Jahr die Garage Faes aus Oberkulm, Perrinjaquet Gartenbau aus Menziken und der Gemeinschaftsstand «Ausbildung in der Region» stellen. An Letzterem informieren Lehrlinge aus unterschiedlichen Unternehmen über ihre Berufe.

Neu ist auch das Partyzelt vor dem Eingangsbereich, in dem die Jugendlichen dank dem lokalen Partylabel «Aftersun» vom Abend bis drei Uhr nachts werden feiern können. Die Gestalt, die die Wyna Expo in diesen Tagen annimmt, dürfte sie lange behalten. «Diese Expo bauen wir für die Zukunft», schliesst Schweizer.