Schöftland
Wohnprojekt: Für junge Leute gedacht

Das Alterswohnprojekt im Unterdorf ist geplatzt. Anstelle der geplanten Alterswohnungen werden jetzt drei Mehrfamilienhäuser mit 66 Wohnungen gebaut.

Barbara Vogt
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In der Nähe der WSB-Gleisen entstehen 66 Wohnungen

In der Nähe der WSB-Gleisen entstehen 66 Wohnungen

Vor zwei Jahren plante ein auswärtiges Konsortium im Schöftler Unterdorf eine Grossüberbauung. Für 20 Millionen Franken sollten betreute Alterswohnungen entstehen. Doch die Pläne für diese erste private Alterssiedlung in diesem Ausmass im Suhrental wurden bald begraben. Im Gegensatz zum Wynental, wo altersgerechte Überbauungen zurzeit boomen. Schöftler Einwohner bedauern, dass diese Alterssiedlung nie entstanden ist. «Schade, da hätte ich gerne gewohnt», sagte damals eine ältere Einwohnerin.

Wohnungen nahe bei WSB

Anstelle der geplanten Alterswohnungen werden jetzt drei Mehrfamilienhäuser mit 66 Wohnungen gebaut. Die Fischer Architekten AG aus Zürich ist Hauptverantwortliche für das Konzept. Der Investor hingegen hält sich im Hintergrund. Laut Ivo Weinhardt von der Fischer Architekten AG soll es sich dabei um eine grössere Bank handeln. Um welche, gibt das Architekturbüro nicht bekannt. Aus Sicherheitsgründen.

Im Februar will man das Bauvorhaben in Angriff nehmen. Nach einem Jahr sind die Wohnungen zwischen 21⁄2 und 41⁄2 Zimmern bezugsbereit. Interessenten seien bereits vorhanden, sagt Ivo Weinhardt. Die Überbauung sei auf jüngere Leute ausgerichtet, die erstmals alleine wohnen oder mit ihrem Partner zusammenziehen wollen. «Die Lage ist attraktiv: In drei Minuten ist man zu Fuss am WSB-Bahnhof, die Verbindungen in Schweizer Städte sind ideal.» Auch ältere Leute seien in der Überbauung willkommen, in der Gemeinde seien entsprechende Dienstleistungen vorhanden.

Ohne Investor kein Projekt

Wieso das Konsortium damals das Projekt für die Alterswohnungen nicht realisierte, ist der az Aargauer Zeitung unbekannt. Bei den verschiedenen Projektentwicklern aus dem Raum Zürich herrscht Schweigen. «Darüber sagen wir nichts», lässt sich die Firma Losinger AG, Zürich, lediglich vernehmen. Und Bitzer Treuhand aus Zug meint, dass sie «nur für das Konzept der Überbauung» verantwortlich gewesen sei und daher nichts zu sagen habe. Doch gibts Mutmassungen: Ohne Investor kein Projekt. Dabei sei die Überbauung, so beteuerte das Konsortium damals, bei Investoren auf grosses Interesse gestossen. Auch hätte der Standort Schöftland nicht besser sein können; «Das Projekt fördert die Entwicklung des neuen Dorfkerns», sagt die Losinger AG.

Konkret waren in der Nähe der WSB-Gleisen 67 altersgerechte Wohnungen geplant. Mittelpunkt der Überbauung sollte ein Restaurant im Parterre sein. Weitere Gewerbetreibende, vom Coiffeur über den Kiosk bis zum Masseur, hätten sich in der Überbauung angesiedelt. Ausserdem hätte sich eine private Spitex-Organisation eingerichtet. Zu Beginn war eine Zusammenarbeit mit dem Alterszentrum Schöftland geplant. Weil man aber zu wenig Synergien nutzen konnte, wurde von einer engeren Zusammenarbeit abgesehen.

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