Fünf Architekten- und Planerteams werden auf ein Areal von 27 000 Quadratmetern Fläche mitten im Dorf angesetzt. So präsentiert sich die Ausgangslage für einen Studienauftrag, den die Firma Franke Immobilien AG erteilt hat.

Die neue Eigentümerin des ehemaligen Betriebsareals der KWC AG will das Industrieareal zum Wohn- und Dienstleistungsquartier umwandeln. Die Hallen auf dem Areal stehen heute leer, weil die Armaturenfabrik KWC ihre ganze Produktion in die neue Fabrik westlich der Wyna verlegt hat. Im Bezirkshauptort soll ein neues Zentrum entstehen. Die Gefahr einer verlotterten Industriebrache ist damit gebannt.

Darob ist auch die Gemeinde Unterkulm erfreut. Gemeindeammann Roger Müller sagt, dass die Behörde das ganze Verfahren, welches in diesen Tagen in Gang gesetzt wurde, eng begleite. «Wir können Visionen und Ziele aus der Sicht der Gemeinde einbringen.»

Damit das ehemalige Fabrikgelände anders genutzt werden kann, sind eine Umzonung und ein Gestaltungsplan notwendig. Müller sagt: «Jetzt ziehen die Gemeinde und die KWC am gleichen Strick in die gleiche Richtung.» Bereits im September 2009 hatte der Gemeindeverband aargauSüd impuls auf das KWC-Areal hingewiesen.

Im Rahmen des Regionalen Entwicklungskonzeptes (REK) hat eine Gruppe ihre Vorstellungen für die Region festgehalten. Im Herbst 2012 hatten aargauSüd und Teo Rigas von der Abteilung Raumentwicklung des Kantons in einer Veranstaltung zur «Aufwertung der Ortskerne» aufgezeigt, welche Strategien bei der Umnutzung einer Industriebrache im Dorf zu verfolgen sind.

Studienauftrag als erster Schritt

Eine wichtige Frage hat die Besitzerin des Areals mit dem Erteilen des Studienauftrages bereits beantwortet. Eine gemischte Nutzung mit Wohnen und Arbeiten ist vorgesehen. «Auf dem Areal soll vor allem neuer Wohnraum entstehen. Daneben sind auf Büro-, Dienstleistung-, Gewerbe- und Verkaufsflächen vorzusehen.»

Fünf Planungsteams nehmen jetzt an einem Wettbewerb teil. Sie haben die Aufgabe, ihre Vorstellungen zur baulichen Entwicklung des Areals aufzuzeigen.

Neues Quartier wird durchgängig

Insbesondere müssen sie aufzeigen, wie die geschützten Gebäude (ehemalige Mühlengebäude und Giesserei) ins Konzept einbezogen werden können. Bereits fest eingeplant sind rund 100 Büroarbeitsplätze für die KWC AG. Auch bei der Verkehrserschliessung sind die Planer nicht ganz frei.

Das umgenutzte Gelände soll künftig durchgängig werden. Daher gilt schon heute die Vorgabe, Korridore für öffentliche Fusswegverbindungen und einen zentralen Platz einzuplanen. Das freut auch Gemeindeammann Müller: «Unterkulm erhält ein zweites Zentrum». Müller sieht auch die Möglichkeit, dass die beiden Dorfzentren einst verbunden werden.

Für die Franke Immobilien AG steht heute schon fest, dass sie eine 2000-Watt-Zertifizierung anstreben will. Also zentrale Wärmeerzeugung, zentrale Parkierungsanlage und ein Mobilitätskonzept mit «Mobility Carsharing».

Bevor die Unterkulmer Gemeindeversammlung voraussichtlich im Juni 2015 über die Umzonung des Geländes abstimmen kann, wird die Öffentlichkeit orientiert. «Im August werden wir das Siegerprojekt vorstellen und über die weiteren Verfahrensschritte informieren», sagt Roger Müller.