Staffelbach
Wo fängt Mobbing an? Ein Jugend-Theater beschäftigt sich mit heiklem Thema

Das Thema Mobbing und ein Theaterstück standen am dritten Themenapéro der Kreisschule Oberstufe Oberes Suhrental im Zentrum. Dabei steht ein Streit zwischen einem Lieblingspaar im Mittelpunkt.

Christine Fürst
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Jonas (stehend) wird von der Gruppe ausgeschlossen. cfü

Jonas (stehend) wird von der Gruppe ausgeschlossen. cfü

Ein junges Pärchen sitzt im Bus. Jonas fragt seine Freundin Shirin, ob sie mit ihm die Liebesszene in einem Theater spielen möchte. Dann stossen weitere Kollegen dazu, doch einer davon stösst Jonas vom Platz und setzt sich selbst hin.

Es ist eine der ersten Szenen aus dem Theaterstück «Viel Theater um unser Theater» der Klasse 3. Sek a der Kreisschule Oberstufe Oberes Suhrental (KOOS). Die Klasse spielte das Stück im Rahmen des 3. KOOS-Themenapéros in der Turnhalle in Staffelbach. Eine Veranstaltung, die drei Mal im Jahr stattfindet.

Sie ist für alle Schüler obligatorisch, auch die Eltern sind jeweils eingeladen. Damit sollen laut Schulleiterin Susan Hedinger wichtige Themen angesprochen und auch im Unterricht behandelt werden können.

Das Stück haben die Schülerinnen und Schüler eigens kreiert. Es handelt sich um eine Schulklasse, die auf der Suche nach einem Thema für ihr Theater ist. Es spricht Themen wie Liebe, Freundschaften aber auch Mobbing an. So wird über Kollegen gelästert, oder ein Schüler nimmt einem anderen die Trinkflasche weg.

Eine Beziehung im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt stehen Jonas und seine Freundin Shirin. Jonas Kollegen erzählen ihm, dass seine Freundin ihn betrüge. Jonas glaubt ihnen. Er spricht seine Freundin darauf an, diese verneint alles. Sie gehen im Streit auseinander. Die Kollegen erzählen sich untereinander, dass die beiden Schluss gemacht haben.

Gerücht um Gerücht wird in die Runde getragen und weitererzählt. Und schliesslich treffen Jonas und Shirin wieder aufeinander. Jonas will sich entschuldigen, sie entgegnet: «Du sollst mir glauben, nicht den anderen.» Die Beziehung ist am Gerücht zerbrochen.

Am Schluss des Stücks steht jeder junge Schauspieler auf und sagt, was seine Figur denkt und reflektiert so seine eigene Rolle. So fragt sich Jonas, warum er nicht auf seine Freundin, sondern auf die anderen gehört hat. Shirin hat keine Lust mehr auf eine Hauptrolle. Eine andere Schülerin sagt, sie hätte gerne den Schlusssatz gesagt, aber sie habe ja sowieso nichts zu sagen.

Die Theaterpädagogin Regina Wurster versuchte auf der Bühne, anhand des Stücks einige Kernaspekte zum Thema Mobbing herauszuarbeiten. «Wo fängt Mobbing an?», fragte sie die Schüler und das Publikum. Sie unterscheidet zwischen Beschimpfungen, versteckten und körperlichen Gemeinheiten.

Von solchen versteckten Gemeinheiten, wie Gerüchte in die Welt zu setzen, wimmelte es im Stück. Und was soll man gegen Mobbing tun? Wurster rät, miteinander Dinge zu machen und nicht gegeneinander zu arbeiten. Zum Beispiel mit einem Theaterspiel könne genau dies erreicht werden.

Jede Klasse hatte die Aufgabe, das Thema zu reflektieren. Zudem erhielt jeder Schüler einen Fragebogen, mit dem eruiert werden soll, ob und wie Mobbing erlebt wird. Die Fragebögen werden laut Schulleiterin Susan Hedinger bis im Herbst ausgewertet. Je nach Bedarf sollen auch Massnahmen ergriffen werden.