Nutzen die Kölliker die lukrative Gelegenheit? Oder behalten sie ihr Tafelsilber? Um diese Fragen wird es an der Gemeindeversammlung vom 24. November gehen. Dann ist der Verkauf des gemeindeeigenen Elektrizitätswerks traktandiert, wie der Gemeinderat am Mittwoch mitteilte. In einem Angebotsverfahren sei die IBAarau als Siegerin hervorgegangen. «Das regionale Energieversorgungsunternehmen offerierte mit einem Nettoverkaufspreis von 12 Millionen Franken den höchsten Kaufpreis, hat aber auch bei der Bewertung der weiteren finanziellen und qualitativen Kriterien insgesamt die höchste Punktzahl erreicht», schreibt der Gemeinderat.

Deutlich mehr Vermögen

Kölliken hat zwar mit 117 Prozent einen vergleichsweise hohen Steuerfuss, ist aber finanziell nicht wirklich schlecht gestellt. Ende letzten Jahres hatte die Gemeinde ein Nettovermögen von 1772 Franken. Stimmt der Souverän dem Verkauf des Elektrizitätswerks zu, steigt das Vermögen um 2780 auf 4452 Franken. Laut Medienmitteilung würden die 12 Millionen Franken für «ausserordentliche Gemeindeentwicklungsprojekte ausgesondert».

Vier Angebote gingen ein

Der Gemeinderat und Verwaltungsrat der EWK Energie AG haben Ende letzten Jahres entschieden, die Strategie für die EWK Energie AG zu prüfen und dabei die Option eines Verkaufs nicht auszuschliessen. Laut Medienmitteilung sind acht Energieversorger eingeladen worden, Kaufangebote einzureichen. Vier haben das getan. Diese seien sorgfältig geprüft worden, schreiben die Behörden. «Dabei wurden einerseits der Kaufpreis, aber auch weitere sechs finanzielle und qualitative Kriterien auf die Eignung der Käuferschaft geprüft», heisst es. Zudem habe der Gemeinderat aufgrund der eingegangenen Offerten geprüft, ob auf dieser Basis ein Verkauf überhaupt sinnvoll oder ob das Beibehalten der heutigen Lösung vorzuziehen sei.

Der Gemeinderat empfiehlt jetzt dem Kölliker Stimmvolk den Verkauf von 100 Prozent der Aktien der EWK. «Bis Mitte August wird nun mit IBAarau AG der detaillierte Kaufvertrag ausgearbeitet, in dem alle relevanten Punkte der Offerte einfliessen werden», heisst es. Danach werde es eine Orientierungsversammlung geben.