Reitnau
«Wir sind alte Säcke und singen euch was vor»

In der Mehrzweckhalle servierte der Männerchor an seinem Konzert musikalische Leckerbissen und einen Mordversuch auf der Bühne.

Martin Zürcher
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«Wir sind die alten Säcke, die grosse Zier vom Männerchor, eine ganz besondere Truppe, wir singen euch was vor.» Viel Gelächter und Staunen schon zu Beginn des Männerchorkonzertes in der Reitnauer Mehrzweckhalle. Unter der Leitung der Dirigentin Barbara Güttinger und begleitet am Klavier von Christine Sigg, starteten die Männer mit einer Humoresque.

Der Start zum Konzert war damit schon geglückt. Es gab in der Folge des Abends noch einiges zu lachen. Über längere Zeit beherrschte die Forelle in vielen verschiedenen Variationen den Konzertabend. Egal, ob die Forelle von Franz Schubert, von Beethoven oder Franz Liszt, die Forelle wusste zu gefallen.

Jetzt mönd scho d'Wyber dirigiere.

Während einer kurzen Pause blickte Barbara Güttinger mit einem Augenzwinkern auf ihre schon lange dauernde Karriere als Männerchordirigentin zurück. Sie trug in bestem Innerschweizer Dialekt Anekdoten vor. «So wyt esches afig cho, jetz mönd scho Wyber dr Männerchor leite», rief sie in den Saal, was heftige Lacher zur Folge hatte. Mit altbekannten Hits von damals, mit Liedern des Trios Eugster wurde das Konzert fortgesetzt. «Dörfs es bizzeli meh si» oder «En Kafi mit Schnaps», Songs die einst die Hitparaden dominierten. Das Publikum verlangte mit Applaus einige Zugaben. Den Schlusspunkt des gelungenen Konzertes setzten die Männer mit demselben Lied, mit dem sie den Konzertabend begonnen hatten. Mit grossem und herzlichem Applaus wurden die Männer von der Bühne entlassen.

D'Manne streike

Den 2. Teil des Männerchorabends bestritten die Theaterleute. «Wie wird der Mann zum Untertan»: Diese Zeilen, von einem Mann geschrieben, bescherten Werner und Fritz beinahe ein Leben in der Hölle. Neben ihrem Beruf hatten sie auch den Haushalt zu besorgen, und sie wurden von ihren Frauen zu richtigen Memmen gemacht. Erst als Fränzi, die neue Nachbarin, die Männer mit heftigem Training und viel Psychologie wieder zu Männern machte, liefen auch die Ehen wieder rund. Dass dieser lange Weg aber mit einigen Hindernissen gespickt war, kann man sich vorstellen. Alleine Werners Mordversuch an seiner Frau Clotilde, ausgeführt mit einer Banane, liess die Mehrzweckhalle vor Lachen erzittern. Der Zweiakter von Carmelo Pesenti, wurde vom Regisseur Jürgen Martin und von den Laienschauspielern sehr gut umgesetzt.