Anfang August haben in Swansea, Wales, die Europameisterschaften im Rettungsschwimmen stattgefunden. 16 Nationen nahmen an den Wettkämpfen im Pool, Meer und Sand teil. Bei den jeweils zehn Einzel- und Staffeldisziplinen konnte sich abermals die Menzikerin Annika Lindenmeyer behaupten. Sie unterbot in zwei Einzel- und einer Staffeldisziplin die aktuelle Schweizer Bestzeit und konnte ihre zwölf Schweizer Rekorde verteidigen. Die 26-jährige Menzikerin ist seit 2011 Mitglied der Schweizer Nationalmannschaft der Rettungsschwimmer.

Annika Lindenmeyer, herzliche Gratulation zu Ihrem Erfolg an der EM. Wie wurden Sie in der Schweiz empfangen?

Ich bin zusammen mit der gesamten Mannschaft in der Schweiz angekommen. Einen speziellen Empfang gab es aber nicht, dafür ist das Bewusstsein der Bevölkerung für diesen Sport noch zu klein.

Was waren für Sie die grössten Herausforderungen in Wales?

Mit den sehr welligen Bedingungen im Meer hatten wir teilweise zu kämpfen. Es hat geregnet und gewindet bei nur 15 Grad Lufttemperatur und 16 Grad Wassertemperatur. Das ist für uns Binnenländler schwieriger als für Sportler, welche täglich im Meer trainieren können.

Sie haben schon viel erreicht. Was sind Ihre nächsten Ziele?

Nächstes Jahr im September sind die Weltmeisterschaften in Holland. Sofern ich das Selektionsschwimmen und die Qualifikationswettkämpfe wieder schaffe, werde ich sicher bis zur WM weiterhin schwimmen. Bis dahin werde ich an etwas kleineren, auch internationalen Wettkämpfen im Ausland teilnehmen. Die nächsten grossen Poolwettkämpfe werden im November in Holland und in Norddeutschland stattfinden. Bis dahin finden ausserdem die ersten Qualifikationsschwimmen für die Saison 2016 statt.

Und Ihre berufliche Laufbahn?

Ich arbeite derzeit als Physiotherapeutin in der Zürcher Universitätsklinik Balgrist und bin in Ausbildung zur Sportphysiotherapeutin. Daneben trainiere ich täglich. Entweder gehe ich im Hallenbad und im See schwimmen oder trainiere mit dem Rettungskajak und dem Rettungsboard auf der Aare.