Kirchleerau
Wind macht mit – und die Bevölkerung?

Jetzt kann jedermann aktiv am Projekt Windpark Kirchleerau-Kulmerau (KiKu) mitwirken.

Christine Wullschleger
Drucken
Teilen
Geplanter Windpark Kirchleerau/Kulmerau: Müssen die Standorte nun angepasst werden?

Geplanter Windpark Kirchleerau/Kulmerau: Müssen die Standorte nun angepasst werden?

zvg/ckw

Beinahe zwei Jahre nach der ersten Informationsveranstaltung lud die Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) wieder in die Kirchleerber Turnhalle. Wieder war sie voll. Wieder ging es um den geplanten Windpark mit vier Windenergieanlagen ob Kirchleerau und Kulmerau/
Triengen, kurz Windpark KiKu. Das Ziel der CKW für diesen Abend war klar: Sie wollte das geplante Mitwirkungsverfahren und die weiteren Schritte erklären. Die Besucher der Veranstaltung wollten aber auch Informationen zum Projektstand und vor allem zu den Resultaten der Windmessungen bekommen.

Im letzten Dezember wurde der Windmast in Kulmerau, der ein Jahr lang Messungen gemacht hat, abgebaut. Franco Castelanelli, Projektleiter neue Energien bei der CKW, ging jedoch nur kurz auf die Messungen ein: «Die Ergebnisse der Windmessungen sind ein wenig schlechter als erwartet, aber genügend für ein gutes Projekt.» Diese Aussage liess die Besucher ein bisschen ratlos zurück. Gegenüber der Aargauer Zeitung ergänzt Castelanelli, dass erst die Rohdaten ausgewertet wurden und man deshalb noch keine genauen Aussagen zu den Windmessungen respektive zu den Winderträgen machen könne. «Ich kann aber mit Sicherheit sagen, dass die CKW nicht investieren wird, wenn die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist», sagte Franco Castelanelli.

Jetzt beginnt die Projektplanung

Die CKW macht sich nun an die konkrete Planung des Projekts. Wichtigster Bestandteil ist dabei die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Dadurch wird geprüft, ob ein Bauvorhaben das Umweltrecht einhält, sprich, inwiefern Mensch, Natur und Umwelt beeinflusst werden. Daneben startet die Mitwirkung, über die am Donnerstagabend informiert wurde. Ziel ist es, dass sich alle Interessengruppen mit ihren Anliegen einbringen und die wichtigen Themen so bereits im Vorfeld eruiert werden können. Damit geht die CKW auf die Kritik ein, man habe bis jetzt zu wenig konkret informiert. «Es ist bis jetzt nicht alles so rund gelaufen wie gedacht», sagte Esther Denzler, Geschäftsleitungsmitglied der CKW.

Deshalb lässt die CKW das Projekt seit Frühling 2015 extern begleiten und hat eine Steuerungsgruppe eingesetzt, die einen fairen Mitwirkungsprozess gewährleistet. Sie besteht aus Erich Hunziker (Gemeindeammann Kirchleerau), Heinz Sommerhalder (Vizeammann Schmiedrued), Kilian Sigrist (Gemeinderat Triengen) und Paul Hürlimann (Leiter neue Energien CKW). Das Mitwirkungsverfahren soll nun die Grundlage für einen ausgewogenen Dialog schaffen.

Für die Vorbereitung der Mitwirkung wurden in der Zwischenzeit von zwei externen Moderatorinnen rund 40 Interviews mit verschiedenen Interessengruppen durchgeführt (s. Box). So konnten Themen gesammelt und wichtige Anliegen aufgenommen werden. Die Ergebnisse daraus fliessen in die Mitwirkung ein. Die Moderatorinnen Ruth Schmitt von der Fachhochschule Nordwestschweiz und Ursula Dubois von Sociolution stellen sicher, dass im ganzen Mitwirkungsprozess alle zu Wort kommen und dass die Diskussionen dokumentiert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Website mit Informationen

Daneben werden Experten beigezogen und die Bevölkerung kann Themen vorschlagen. Eine Begleitgruppe diskutiert und bearbeitet diese Themen und Anliegen tiefer. Sie soll aus Vertretern aller Interessengruppen bestehen und bis Ende März gebildet werden. Die Bevölkerung kann ihre Fragen und Anliegen über ihre Vertreter in der Begleitgruppe oder direkt über die Website (www.ckw.ch/windpark-kiku) einbringen. Die Resultate sollen auch in den laufenden Planungsprozess des Windparks miteinfliessen.

Und auch die Informationen, auf welche die Bevölkerung offensichtlich den ganzen Abend wartete, sollen künftig besser bereitgestellt werden. Ein Besucher der Veranstaltung meldete sich am Schluss zu Wort und fasste zusammen, was wohl viele insgeheim im Kopf hatten, denn sein Votum bekam Zustimmung aus dem Publikum: «Es läuft nicht gut, weil wir nicht wissen, ob ein Windpark rentiert oder nicht. Hat es genug Wind?» Die Frage blieb im Raum stehen.

Aktuelle Nachrichten