Leimbach
Will 467-Seelen-Dorf wachsen, muss verdichtet gebaut werden

Die Oberwynentaler Kleingemeinde Leimbach revidiert die Nutzungsplanung. Wachsen kann sie nur, wenn sie sich nach innen entwickelt und verdichtetes Bauen zulässt. Land darf, so will es der Kanton, nicht mehr eingezont werden.

Peter Siegrist
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467 Einwohnerinnen und Einwohner, 47 Hunde, drei Fussgängerstreifen und 114 Hektaren Land. Das ist Leimbach, so stellt sich die kleinste Gemeinde auf ihrer Homepage vor.

«Leimbach soll sich entwickeln, und wir wollen wissen, wohin die Reise geht, daher brauchen wir Strategien», sagte Gemeindeammann Janine Murer an der Infoveranstaltung im Gemeindesaal. «Was wir Ihnen heute vorstellen, sind Pläne, Ideen und Änderungsvorschläge, in Stein gemeisselt ist noch nichts.»

Während die beiden Luzerner Planer, Roger Michelon und Roger Brunner von Planteam S AG, die Entwicklungsstrategie und die Zonenplanänderungen präsentierten, wurde eines klar. Die übergeordneten, kantonalen Gesetze schränken den Spielraum der Kommunen stark ein.

Das räumliche Leitbild

Blau eingezeichnet ist im Masterplan der Dorfkern, der zwischen Kantonsstrasse und WSB-Trassee liegt. Hier befinden sich die öffentlichen Bauten und die Bahnstation. Das blaue Dreieck deutet darauf hin, dass die Wynen- und Suhrentalbahn plant, die enge Kurve ihres Trassees am Nordausgang des Bahnhofs zu strecken.

Ein Projekt, das mittelfristig realisiert wird. Die grünen Pfeile weisen auf die Quer- und Längsverbindungen für Fussgänger und Radfahrer hin, welche zu verbessern wären. Braun schraffiert sind Flächen, für welche die Planer eine Überprüfung für eine Umzonung für Wohnen vorschlagen. Die markante rote Linie zeigt die Siedlungsbegrenzung an. Ausserhalb dieser Linie, selbst wenn das Land noch zum Gemeindebann gehört, kann nicht eingezont und gebaut werden. Das gelb eingefärbte Gebiet böte die Möglichkeit für eine mittelfristige Entwicklung. (psi)

Leimbach möchte wachsen, möchte mehr Einwohner, braucht daher mehr Wohnraum. Wachsen bedeute heute jedoch nicht mehr, Land einzonen und überbauen, sagten die Planer. «Wir wollen als Planer zwar ermöglichen und nicht verhindern», sagte Roger Michelon. «Der Kanton verbietet im ganzen Wynental weitere Einzonungen, aber gibt es dennoch Möglichkeiten für eine Siedlungsentwicklung.

Nachverdichtung heisst heute das Schlüsselwort. Anstelle von Einfamilienhausquartieren, die sich am Dorfrand ins Kulturland hinausfressen, soll der Platz im Innern des Dorfes effizienter genutzt werden. Ein probates Mittel dazu seien Änderungen im Zonenplan und darauf folgend in der Bauordnung, erklärte Roger Brunner.

Mit der Erhöhung der Ausnützungsziffer entsteht die Möglichkeit, die Wohnflächen dichter zu nutzen. Ein Beispiel: Die Ausnützungsziffer 0,5 lässt zu, dass auf einer Landfläche von 1000 Quadratmetern 500 Quadratmeter Wohnfläche gebaut werden dürfen. «Mit der Erhöhung der Ausnützungsziffer wird erreicht, dass bei bestehenden Wohnbauten, An- und Erweiterungsbauten möglich werden», sagte Michelon, «auch zusätzliche Geschosse.»

Die Planer berechneten, dass die vorgeschlagenen Zonenplanänderungen mit erhöhten Ausnützungsziffern die Möglichkeit für Wohnraum für bis zu 528 zusätzlichen Personen ergäben. Die Leimbacher Planungskommission hält bei allen Entwicklungsvorhaben den Finger auf qualitätsvolle Quartierstrukturen, vor allem im Ortskern und bei der Aufwertung von Aussenräumen. Um dies durchzusetzen, verlangt sie für freie Flächen jeweils Gestaltungspläne.

Gemeinderat Jakob Bleiker erklärte das Mitwirkungsverfahren. Vom 24. März bis zum 30. April können Einwohner sich schriftlich zu den Vorschlägen vernehmen lassen. Am 22. und 24. April besteht zudem die Gelegenheit, konkrete Anliegen in einer Fragstunde vorzubringen.

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