Gontenschwil
Wieso Bruno Büchler nicht von den bunten Vögeln lassen kann

Es ist fast 60 Jahre her, seit Bruno Büchler von seinem Vater ein Taubenpaar geschenkt bekam. Heute züchtet der 71-Jährige immer noch leidenschaftlich Vögel. Büchler liebt seine Papageien und hofft, dass er sie noch lange halten kann.

Ramona Patt
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In den letzen 60 Jahren sind Büchlers Vögel farbiger geworden. So besitzt er drei verschiedene Papageienarten, Wellen- und Nymphensittiche, Zebrafinken und Kanarienvögel. Insgesamt sind es über 80 Vögel. Von diesen wird Büchler ein paar an der Vogelausstellung der Exotis Sektion Wynental in Gontenschwil zeigen. Er stellt dieses Jahr schon zum 23. Mal aus.

Papagei - ein Freund fürs Leben

Büchler steht seinen gefiederten Freunden sehr nahe. So nahe, dass sie sogar auf ihn hören. «Hopp! Undere!», sagt er und schaut mit strengem Blick in die Voliere. Die jungen Blaustirnpapageien scheinen ihn zu verstehen. Einer nach dem anderen macht sich auf den Weg ins Vogelhäuschen. «Nicht alle hören auf mich. Folgsam sind bloss die Jungen. Die Alten lassen sich nichts sagen», erklärt Büchler und lacht.

Einer der Blaustirnpapageien ist Büchler besonders ans Herz gewachsen. Er wurde von seiner Mutter abgestossen. Daraufhin kümmerte sich Büchler um ihn. Deswegen entstand zwischen den beiden eine ganz spezielle Verbundenheit. «Normalerweise kann man die Papageien nicht berühren», sagt Büchler und schon hüpft ihm der Vogel auf die Hand, als ob er das Gegenteil beweisen möchte.
Da kann sich Büchler das Strahlen nicht mehr verkneifen: «Als ich früher von der Arbeit kam, ging ich immer gleich zur Voliere.» Dort konnte Büchler seine Alltagssorgen vergessen.

Nur die Jungzüchter fehlen

Büchler hat gesundheitliche Probleme. «Viele Züchter mussten ihre Vögel deswegen fortgeben», erzählt er. Bei ihm sei es noch nicht so weit. Dennoch habe er sich schon Gedanken darüber gemacht. Sein 15-jähriger Enkel sei sehr an den Tieren interessiert. Doch solle er sich zuerst auf die Lehre konzentrieren und sich dann entscheiden, ob er Grossvaters Hobby weiterführen möchte.

Einer, der aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste, ist Peter Hunziker. Er ist Präsident der Exotis Sektion Wynental. Als Hunziker sein Haus aufgab, konnte er auch seine Voliere nicht mehr halten. In der neuen Eigentumswohnung sei kein Platz mehr für die Vögel, erklärt er. «Es fehlt die Jungmannschaft, die nachkommt.»

Strenge Vogelschutzvorschriften

Das Problem ist nicht, dass die Vögel zu teuer wären. Im Gegenteil, die Preise hätten sich seit Büchlers Anfängen halbiert. «Die Vogelschutzvorschriften sind der Grund, warum manche Vogelliebhaber ihr Hobby nicht mehr ausüben können oder nie ausüben werden», da sind sich Büchler und Hunziker einig. Heute wo die Menschen in Wohnungen ziehen, haben sie kaum noch Platz und Geld um eine vorschriftsgemässe Voliere zu bauen.

«Natürlich gibt es solche, die die Tiere falsch halten und quälen», sagt Büchler. Da sei es auch wichtig, dass etwas unternommen werde. Doch habe er auch schon erlebt, dass eine vorbildliche Vogelliebhaberin ihre Tiere verkaufen musste, weil wenige Zentimeter an der Voliere fehlten.

Züchter sterben langsam aus

Wo nächstes Wochenende an den Ständen rund 25 Züchter ihre Vögel zeigen werden, standen schon mal mehr als doppelt so viele. «Wir versuchen die Züchterei wieder anzukurbeln», sagt Hunziker. Bald schon werden sie Kurse über die Vogelhaltung anbieten. Damit ihr grosses Wissen nicht verloren geht.

Vogelausstellung Turnhalle Gontenschwil 26. bis 28. Oktober. Fr. 18 bis 22 Uhr, Sa. 10 bis 22 Uhr, So. 9 bis 16 Uhr. Mit Vogelbörse, Festbeizli und Tombola.