Gontenschwil
Wie SVP-Mann Müller einen Parteilosen verdrängte

Der 51-jährige Sprengkandidat Markus Müller freut sich über die Wahl in den Gemeinderat von Gontenschwil. Sein gutes Resultat wurde einem Bisherigen zum Verhängnis.

Rahel Plüss
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"Ich bin halt so leicht zu begeistern", sagt Markus Müller, neu gewählter SVP-Gemeinderat. Eigentlich hätte er sich aus dem Dienst der Gemeinde zurückziehen wollen.

"Ich bin halt so leicht zu begeistern", sagt Markus Müller, neu gewählter SVP-Gemeinderat. Eigentlich hätte er sich aus dem Dienst der Gemeinde zurückziehen wollen.

zvg

Der Plan der SVP ist mehr als nur aufgegangen: Gleich mit dem drittbesten Resultat ist Sprengkandidat Markus Müller (51) am Sonntag in den Gontenschwiler Gemeinderat gewählt worden und hat damit einen zweiten Sitz für seine Partei geholt. Er machte 410 Stimmen, nur 86 weniger als Gemeindeammann Renate Gautschy, die – nach 20 Jahren im Amt – das beste Wahlergebnis erzielte. Das absolute Mehr lag bei 244 Stimmen (die AZ berichtete).

Einen Bisherigen verdrängt

Freude und Überraschung beim Frischgewählten sind riesig. «Ich hätte nie mit einem so guten Resultat gerechnet», sagt Müller. Er war gegen die Fünfergruppe der bisherigen Gemeinderäte angetreten, die alle noch einmal kandidierten. Normalerweise eine schwierige Ausgangslage. Allerdings ist Markus Müller kein Unbekannter im Dorf. Das dürfte ihm zugutegekommen sein, wie er selber sagt. Über 20 Jahre lang war er in der Ortsfeuerwehr engagiert. Seit acht Jahren ist in der Finanzkommission (Fiko), seit sechs Jahren Präsident. Für die Fiko hatte er nicht mehr kandidiert.

Mit seinem guten Resultat zog Markus Müller gar an Parteikollege Siegfried Sommerhalder (58) vorbei, der vor dem Parteilosen Peter Steiner (62) den vierten Rang belegte. Mit 291 Stimmen erreichte Andreas Frey (56, parteilos) zwar ebenfalls das absolute Mehr, wurde als Nummer sechs aber aus dem Gemeinderat verdrängt. Der Abgewählte gehört dem Gemeinderat seit 2003 an. Er betreut aktuell unter anderem die Ressorts Bildung, Freizeit, Jugend, Kultur und Sport.

Die SVP ist die grösste Partei im Dorf. Mit dem zweiten Sitz wollte man unter anderem diese Tatsache im Gemeinderat gespiegelt sehen, wie Parteipräsident Mario Schlatter schon im Vorfeld sagte. Und das ist ihr jetzt mit Markus Müller gelungen – obwohl dieser zuerst gar nicht vorhatte, anzutreten. «Eigentlich wollte ich mich ja nach 30 Jahren aus dem Dienst der Gemeinde zurückziehen, aber ich bin halt so leicht zu begeistern», sagt er mit scherzhaftem Unterton. Auf jeden Fall habe er nun «eine Riesenfreude» und sei «topmotiviert» für das Amt. Schliesslich liege ihm sein Dorf am Herzen.

Zeitpunkt der Wahl ideal

Müller ist in Gontenschwil aufgewachsen. Zusammen mit seiner Frau und seinen zwei fast erwachsenen Kindern lebt er im umgebauten Elternhaus im Weiler Rehhag, im südlichsten Zipfel der Gemeinde. Der Zeitpunkt der Wahl sei ideal, sagt er. Jetzt, nachdem er sich Anfang Jahr mit seiner Firma für Gebäudemanagement selbstständig gemacht habe, könne er sich die Zeit für das Amt gut nehmen respektive einteilen. «Ich freue mich, jetzt auch als Gemeinderat aktiv etwas bewegen, die Zukunft der Gemeinde mitgestalten zu können.»