Reinach
Wie schaffen es neue Besitzer, dass Wyna-Buchhandlung so gut läuft?

Sie sind noch nicht einmal 30 Jahre alt und haben vor kurzem die Wynabuchhandlung in Reinach übernommen. Wie schaffen es Anina Weber und Dominik Dössegger, dass der Laden so gut läuft wie unter ihren Vorgängern?

Rahel Plüss
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Die beiden Jungunternehmer Anina Weber und Dominik Dössegger haben den Laden renoviert und neu eingerichtet.

Die beiden Jungunternehmer Anina Weber und Dominik Dössegger haben den Laden renoviert und neu eingerichtet.

Rahel Plüss

Was 38 Jahre lang gut funktioniert hat, muss gut sein. Das haben sich Anina Weber und Dominik Dössegger gesagt und entschieden, die Wynabuchhandlung in Reinach von Esther und Kurt Suter, die ihr Geschäft altershalber aufgegeben haben, zu übernehmen. Das war im vergangenen Herbst.

Unterdessen blicken die beiden Jungunternehmer – sie ist 26, er 28 Jahre alt – auf das erste Quartal ihres ersten Geschäftsjahres zurück und sind glücklich. «Es war unser Ziel, den Laden im Sinne unserer Vorgänger weiterzuführen, ihm aber unsere eigene Note zu geben und vermehrt auch jüngere Menschen anzusprechen», sagt Anina Weber.

Und das sei bis jetzt gelungen, sagt Dominik Dössegger: «Die Stammkundschaft ist uns treu geblieben, die Leute freuen sich und sind sehr offen.» Nach einer nur knapp zweiwöchigen Pause, in der die beiden jungen Geschäftsleute den Laden gestrichen, geringfügig umgebaut und vor allem Buch für Buch neu eingeräumt hatten, ging es für die Kundschaft praktisch nahtlos weiter.

Regional verankert, gut vernetzt

Mit der Neugestaltung haben die jungen Geschäftsleute dem Laden ein offenes, einladendes Gesicht verpasst. «Uns war wichtig, dass die Leute sich getrauen, an jedes der Bücherregale heranzutreten und ein Buch herauszuziehen», sagt die gelernte Buchhändlerin. Sie hatte bei Suters in der Wynabuchhandlung die «Stifti» gemacht und kennt die Wünsche und Eigenheiten der Oberwynentaler Kundschaft.

«Aninas Know-how ist sehr wichtig für uns», sagt Dominik Dössegger. Nach einer kaufmännischen Ausbildung und der Weiterbildung zum Finanzbuchhalter ist er nun vor allem im Backoffice tätig. Sowohl das neue E-Book-Sortiment wie auch die Homepage und Werbeauftritte gehören zu seinem Zuständigkeitsbereich. Dössegger arbeitet halbtags im eigenen Geschäft, die restlichen 50 Prozent ist er in seinem angestammten Beruf auswärts tätig. «Ich will einerseits den Anschluss in meinem eigentlichen Fachgebiet nicht ganz verpassen, andererseits war für uns das Beibehalten eines zweiten Standbeins auch aus finanziellen Überlegungen wichtig.»

Die Wynabuchhandlung ist zwar regional verankert, kann aber einen Service bieten, bei dem viele Grosse das nachsehen haben. «Wir besorgen fast jedes Buch – auch wenn wir zwei Stunden brauchen dafür», sagt der Geschäftsinhaber selbstbewusst. Die meisten Bücher, bis abends um fünf bestellt, seien am anderen Tag abholbereit.

Der Verkauf von Büchern und die persönliche Beratung der Kundschaft steht zwar klar im Zentrum ihrer Geschäftsphilosophie, trotzdem sind die beiden jetzt dabei, einen Online-Shop einzurichten, wo man nicht nur jedes erdenkliche Buch, sondern auch elektronische Dateien bestellen kann. Letztere werden einem bequem nach Hause auf den Rechner respektive den E-Book-Reader geschickt. Wer Probleme mit dem technischen Gerät hat, bekommt im Laden Support.

Ein erster Rückblick machts deutlich: Die beiden sind mit ihrem Geschäft gut gestartet. Ihren Teil trägt da sicher auch «unser Engel», wie Dominik Dössergger die Mitarbeiterin Dorotheé van Spyk nennt, dazu bei. «Wir sind mit den Verkaufszahlen mehr als nur zufrieden.»

Natürlich seien sie sich bewusst, dass die Weihnachtszeit für Buchhändler die umsatzstärkste Zeit des Jahres sei. Trotzdem, mit durchschnittlich 30 bis 50 Kunden an einem normalen Tag hätten sie nicht gerechnet. «Das gibt uns ein gutes Gefühl und ermutigt hoffentlich auch andere junge Leute, den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen.»