Die Beschlüsse über die Kreisschule aargauSüd der elf Sommergemeinden im Wynental (von Teufenthal bis Burg) sowie im Seetal (Beinwil am See und Birrwil) sind rechtskräftig. Neun Gemeinden haben der Fusion der bestehenden Kreisschulen Homberg und Mittleres Wynental sowie der Schule Menziken zugestimmt. Niemand hat das Referendum ergriffen. Projektleiter und Unterkulmer Gemeindeammann Emil Huber ist nicht überrascht: «Es zeigt, dass die Stimmbürger eingesehen haben, dass das Projekt eine gute Sache ist.»

Die Oberstufen-Kreisschule aargauSüd mit knapp 1000 Schülern und etwa 150 Lehrkräften hat in der ersten Hälfte des Jahres die Gemüter erhitzt. Es wurde diskutiert, debattiert und schliesslich abgestimmt. Nur der Birrwiler Souverän hat das Geschäft an der Sommergmeind für weitere Abklärungen zurückgewiesen, die Gontenschwiler Stimmbürger haben das Projekt komplett abgelehnt. Gontenschwil hätte denn auch das grösste Opfer bringen müssen: Das Dorf verliert seinen Oberstufenstandort.

In den neun anderen Gemeinden wurde mit einem klaren Ja zugestimmt. Ausser in Zetzwil: Da wurde es mit 36 zu 24 Stimmen relativ knapp. «Weil Zetzwil eng mit Gontenschwil verbunden ist, wussten wir, dass die Begeisterung in der Gemeinde mässig ist», sagt Huber.

Kick-off Ende August

Jetzt muss der Regierungsrat die Bildung der Kreisschule aargauSüd absegnen, danach geht es mit Hochdruck an die Umsetzung. Der Zeitplan ist sportlich: Am 1. Januar 2020 soll die neue Organisation in Kraft treten, die Kreisschule im August 2020 starten.

Der Kreisschulrat wird Ende dieses Monats die Organisation von der Projektgruppe übernehmen. Pro Gemeinde wird je ein Vertreter aus dem Gemeinderat Einsitz in dieses politische Organ nehmen.

«Die erste Handlung des neuen Kreisschulrats ist die Wahl der Kreisschulpflege», sagt Emil Huber. Ziel sei es, diese bis Anfang September zu wählen. Die Kreisschulpflege wird aus sieben Mitgliedern bestehen. Die ursprüngliche Zusammensetzung sieht vor, dass die Standortgemeinden Menziken, Reinach und Unterkulm je ein Mitglied stellen. Dazu aus Oberkulm und Teufenthal, Gontenschwil und Zetzwil, Beinwil und Birrwil sowie Leimbach und Burg jeweils ein Mitglied. Birrwil und Gontenschwil werden nun kein Anrecht auf ein Mitglied haben.

«Die Kreisschulpflege muss anschliessend zügig vorwärtsmachen», sagt Projektleiter Huber. Die Schulleitung müsse bestimmt und ab Anfang nächstem Jahr müssten die Verträge mit dem ganzen Lehrer-Staff gemacht werden.

Birrwil darf mithören

Da Birrwil weder Ja noch Nein gesagt hat, kann ein Mitglied des Gemeinderats in beratender Funktion an den Sitzungen des Kreisschulrats teilnehmen. Eine Stimme hat die Gemeinde jedoch nicht.

Das Projektteam geht davon aus, dass Birrwil das Geschäft Kreisschule aargauSüd an der Wintergemeinde nochmals zur Abstimmung bringt. «Wir hoffen, dass die Birrwiler noch zustimmen», sagt Emil Huber. Die Verzögerung in Birrwil habe aber keinen Einfluss auf den Terminplan.

Gontenschwil bleibt draussen

Die Ablehnung des Projekts in Gontenschwil sei Gegenstand des Briefes an den Regierungsrat. «Fakt ist, die jetzige Kreisschule Homberg, an der Gontenschwil beteiligt ist, wird per Ende 2019 aufgelöst», sagt Huber. Seit den Gemeindeversammlungen seien keine Gespräche mehr geführt worden.

Gontenschwil wird auch keinen Vertreter im Kreisschulrat stellen und kann somit nicht mithören. «Die Kreisschule aargauSüd wird sich gegenüber Gontenschwil aber nicht verschliessen», so Huber.