Nach langem Hin und Her hat der Kanton Aargau entschieden, für die Neugestaltung des Nadelöhrs Böhlerknoten eine T-Kreuzung anzustreben. Eine solche sei leicht effizienter als der ursprünglich vorgeschlagene Kreisel. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung hätten gezeigt, dass die Bevölkerung eine effiziente Lösung wünsche, die einen guten Verkehrsfluss ermögliche.

Mit keinem Wort eingegangen ist der Kanton in seiner Medienmitteilung auf eine weitere Variante, die im Raum stand: die eines Tunnels für die WSB. Mit einem solchen würde die Bahn aus dem Dorf verbannt, es wäre mehr Platz für die übrigen Verkehrsteilnehmer da. Und Wartezeiten an Barrieren wären ebenfalls passé.

Tunnellösung enorm teuer

Bei der deshalb eigens gegründeten Interessengemeinschaft für einen Tunnel in Unterkulm ist man sich deshalb einig: «Wir sind nicht der Meinung, dass der Tunnel vom Tisch ist.» Das sagt Mitgründer Kurt Hess. 1300 Unterschriften hat er mit der Interessengemeinschaft für einen Tunnel durch Unterkulm gesammelt. Die Unterzeichner wollen, dass die Bahn aus dem Dorf verschwindet. «Unter den Unterschriften finden sich viele von Gewerbetreibenden in der Gemeinde», sagt der Initiator des Begehrens. Allerdings habe er schon damit gerechnet, dass der Kanton eine Lösung ohne Tunnel anstreben werde. Die aktuelle Lösung hatte eine schwierige Geburt: Ursprünglich sah der Kanton einen Kreisel auf dem Böhlerknoten vor. Doch zur Sanierung der Kantonsstrasse 242 gingen 81 Einwendungen und 32 Eingaben ein, die meisten davon betrafen den Böhlerknoten.

Die aktuell angestrebte Lösung mit einer T-Kreuzung hat einen Kostenrahmen von 22 Millionen Franken – für eine Tunnellösung hingegen wird mit bis zu 300 Millionen Franken gerechnet. Die Interessengemeinschaft kritisiert auch, dass es keine Machbarkeitsstudie für den Tunnel gibt. Doch laut Kanton kann dieser den Bau eines Tunnels ohnehin gar nicht weiterverfolgen – weil für die Umsetzung erst eine Anpassung im Richtplan nötig wäre.

Unterstützung aus der Politik

Trotzdem hat die Interessengemeinschaft auch politische Unterstützung. So stärkte ihr bereits letzten November die SP des Bezirks Kulm den Rücken: «Die SP setzt sich für eine langfristige Lösung an der Böhler-Kreuzung ein. Die Bahn und die Taktverdichtung stehen im Zentrum. Mit einem Tunnel könnte eine Entflechtung aller Verkehrsträger erreicht, und das Problem langfristig gelöst werden», schrieb die Partei in einem Communiqué.

Ende Monat stellt der Kanton seine Lösung an einer Infoveranstaltung vor. «Wir hoffen auf möglichst viele Teilnehmer», sagt Tunnel-Befürworterin Monika Häusermann. Erst danach wolle die Interessengemeinschaft entscheiden, wie es für sie weiter geht, bis der Kanton das neue Projekt Ende Jahr öffentlich auflegt. Nur eins weiss Kurt Hess schon jetzt: «Da wird es wieder zig Einwendungen geben.»