Grossratswahlen AG 2020

Wer tritt wieder an und wer tritt zurück? Das Grossratskarussell im Bezirk Zofingen

Herbert H. Scholl (FDP, unten rechts) und Renata Siegrist (GLP, oben rechts) treten nicht mehr an, Martin Bhend (FDP, oben links) und Helena Taiana (SP, unten links) hoffen auf eine Wahl.

Herbert H. Scholl (FDP, unten rechts) und Renata Siegrist (GLP, oben rechts) treten nicht mehr an, Martin Bhend (FDP, oben links) und Helena Taiana (SP, unten links) hoffen auf eine Wahl.

Welche Schwergewichte zurücktreten und wer im Suhren- und Uerkental am 18. Oktober Chancen auf eine Wahl hat.

Im Bezirk Zofingen treten 5 der 15 Grossräte am 18. Oktober nicht mehr zur Wahl an: Darunter das FDP-Urgestein Herbert H. Scholl (war 39 Jahre im Parlament) und die letztjährige Grossratspräsidentin Renata Siegrist (GLP, Zofingen). Ebenfalls nicht mehr dabei sind Regina Lehmann (SVP, Reitnau), Martin Lerch (EDU, Rothrist) und Viviane Hösli (SP, Zofingen).

Im Suhrental fragt man sich, wer allenfalls in die Fussstapfen von Regina Lehmann treten könnte. Grosse Hoffnungen ruhen auf dem Kirchleerber Gemeindeammann Erich Hunziker (SVP), der Ende letzten Jahres für Martina Bircher ins Kantonsparlament nachrutschen konnte und sich jetzt erstmals bei einer Wahl bestätigen muss. Bei der SP ist mit dem Listenplatz 4 die Staffelbacherin Helena Taina in einer guten Ausgangsposition.

Schafft es bei der SP ein Kölliker?

Kölliken hatte immer wieder herausragende Grossräte. Seit vier Jahren ist die Gemeinde nicht mehr im Parlament vertreten (BDP-Mann Roland Basler wurde 2016 abgewählt). Soweit bekannt ist, treten jetzt ein halbes Dutzend Kölliker zur Wahl an: Am ehesten Chancen haben die zwei Sozialdemokraten Chantal Bürli und Andreas Von Gunten (Vizeammann), doch ist bei ihnen die Konkurrenz gross.

Bei der SP ist das dritte Mandat zu vergeben, der Sitz, den die Partei vor vier Jahren auf Kosten der BDP eher überraschend dazugewonnen hat.

2016 musste der damalige Gemeindeammann Markus Gabriel (SVP, Uerkheim) um seine Wiederwahl bangen. Er war erst ein Jahr vorher nachgerutscht. Gabriel schaffte es und muss dieses Jahr kaum zittern.

Nachdem Benjamin Giezendanner und Martina Bircher den Sprung in den Nationalrat geschafft haben, kann Gabriel auf dem zweiten Listenplatz antreten – hinter Christian Glur. Auf Platz 11 der SVP-Liste ist Stefan Giezendanner (Zofingen).

Bei der FDP hat Martin Bhend den Einsatz erhöht

Aktuell besteht die Zofinger Grossratsdelegation aus fünf SVP-, drei SP-, zwei FDP-Mitgliedern sowie je einer Person der CVP, der GLP, der Grünen, der EVP und der EDU. Der EDU-Sitz war schon extrem wacklig und ist auch jetzt wieder gefährdet, nachdem Martin Lerch nach 12 Jahren seinen Rückzug bekanntgegeben hat. Die Partei muss also ohne Bisherigen-Bonus auskommen.

Die FDP hofft seit langem auf einen dritten Sitz. Die grössten Chancen gewählt zu werden, hat Martin Bhend. Der Oftringer hat seinen Einsatz eben erst erhöht, indem er sich zum Präsidenten der Bezirkspartei wählen liess. Für Bhend wäre es ein Comeback: Er war bereits von 1999 bis 2013 Grossrat, lange für die EVP, zuletzt für die FDP. Er ist Chef der Stiftung für Behinderte Aarau-Lenzburg.

Auf den Linien 3 bis 5 der FDP-Liste sind die weiteren Wiederkandidierenden (und bisher nicht gewählten), allen voran Werner Rudin, Oftringer Gemeinderat und Betriebsleiter von Villiger Pfeffikon LU. Von den Freisinnigen durch eine gute Platzierung besonders gepusht wird Fredy Nater, seit 2016 Gemeinderat in Aarburg.

Bei den Grünen fällt auf, dass der ehemalige Grossrat Martin Bossard (2016 war er der beste Nichtgewählte) seit Menschengedenken nicht mehr auf der Liste ist. Dafür versuchte es erneut sein Sohn Nicola Bossard (Kölliken). Er ist auf dem dritten Listenplatz, unmittelbar hinter der Zofingerin Alice Sommer. An der Spitze ist der Bisherige Daniel Hölzle.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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