Im Kochschulzimmer der Bezirksschule Schöftland hat Kursleiterin Céline Schor für die Männer schon alle Zutaten bereitgestellt. Neben Schor ist auch schon der pensionierte Ruedi Gautschi in der Küche. «Ich wurde dazu erkoren, den Tisch zu decken», erklärt der Gränicher.

Dabei hat er sich Mühe gegeben und als Dekoration jedem einen kleinen Schoggihasen mitgebracht. «Ich musste lange suchen, bis ich einen Plausch–Kochkurs für Männer gefunden habe», sagt Gautschi. Die meisten Kurse seien entweder für Frauen oder erfahrene Köche.

Pünktlich um 14 Uhr sind alle Angemeldeten bereit für die Menubesprechung: Tomatensuppe, Poulet mit gebratenem Reis und Erdnüssen sowie Vanilleglace mit heissen Beeren stehen heute auf dem Menuplan.

«Das heutige Rezept ist einfach zum Kochen», sagt Schor, «ihr könnt alles auf dem Blatt ablesen.» Nachdem sie den Senioren erklärt hat, wie man die Zwiebeln fein schneidet, machen sich die Männer in Vierergruppen an die Arbeit.

«Drei Personen arbeiten und einer macht Pause», scherzt Reinhard Lüscher aus Schöftland. Während er das Gemüse rüstet, wendet sich ein Anderer dem Pouletfleisch zu. Der Vierte im Bund hat von Schor eine Extraaufgabe erhalten: das Zubereiten der Pastetli für den Apéro.

Im zweiten Team ist gerade Martin Lex im Schuss. Er brät das Pouletfleisch an und verfeinert es mit Curry. «Zu Hause kocht aber meist meine Frau, beim gemeinsamen Kochen würden wir uns wohl in die Quere kommen», meint er.

Das ist aber nicht der Grund, wieso er am Kochkurs teilnimmt. «Ich bin wegen der Gemeinschaft mit anderen Senioren hier.» Auch für Lüscher ist das Kochen nebensächlich. «Mit Kochen habe ich nichts am Hut, aber ich freue mich auf das Essen.»

Die Kochkursleiterin lässt die Männer hauptsächlich alleine arbeiten. «Wenn sie eine Frage haben, rufen sie mich.» Gibt es keine Fragen, geht sie jeweils von Tisch zu Tisch und schaut, ob alles in Ordnung ist.

«Das Essen ist noch nie misslungen», sagt sie und fügt hinzu: «Wir nehmen uns aber auch genug Zeit.» Sie würden nach 14 Uhr beginnen und etwa um 16.30 Uhr essen. Da bleibt zwischendurch auch Zeit für den Apéro, natürlich mit einem guten Gläschen Wein.

Die Stimmung bleibt auch nach dem Apéro ausgezeichnet und die Männer können es nicht lassen, einige Sprüche über Frauen zu klopfen: «Wir Männer können auch zu viert am Kochherd stehen, die Frauen würden sich in die Haare geraten», ist Lex überzeugt. Und Gautschi meint mit einem Augenzwinkern: «Das Abwaschen ist und bleibt eine Arbeit für Frauen.»