Ganterschwil SG

Wenn es nicht regnet, dient die Thur als Dusche

Die Pfadis, hier vor dem Küchenzelt, geniessen das Lagerleben. In der Mitte in orangefarbener Hose Lagerleiter Julian Fisch v/o Smart. Rechts neben ihm Ginger (grüner Pulli) und Tasida (blauer Pulli). Kel

Die Pfadis, hier vor dem Küchenzelt, geniessen das Lagerleben. In der Mitte in orangefarbener Hose Lagerleiter Julian Fisch v/o Smart. Rechts neben ihm Ginger (grüner Pulli) und Tasida (blauer Pulli). Kel

Besuch im Lager der Pfadi Rymenzburg Mittleres und Oberes Wynental im Toggenburg. Auch der Regen kann die Pfadilager-Teilnehmer nicht vom grossen Spass abhalten.

«Es ist einfach mega gemütlich.» Für Mirjam Gautschi v/o Ginger und Alena Spycher v/o Tasida ist das keine Frage. Nur der Sommerreporter will es nicht kapieren: Es hat doch geregnet, der Sturm hat das Aufenthaltszelt aus der Verankerung gerissen, die Blachen wurden zerzaust und hängen schlaff am Mast!

Nun, dass es ausgerechnet auch am Sonntag, am Besuchstag der Eltern, regnet musste, finden die 14-jährigen Mädchen dann doch blöd. Gespielt wurde trotzdem, Britisch Bulldog. Der Sommerreporter hat keine Ahnung. «Wie Schwarzer Mann, einfach nur etwas gröber.» Na, gut. «Die Eltern mussten mitmachen.»

Zwölfstundenspiel führte zu wenig Schlaf

In der Nacht auf gestern Montag war das Zwölfstundenspiel angesagt, wie Ginger und Tasida berichten. Sie hätten schichtweise etwas schlafen können, insgesamt vielleicht anderthalb Stunden. Und deshalb seien alle müde und das Küchenzelt nicht aufgeräumt. «Alles etwas unordentlich», entschuldigen sich die Pfadimädchen aus Reinach. «Nach dem Morgenmittagessen wird aufgeräumt und dann wird geschlafen.»

Die Zelte der Pfadis und jene der Leiter stehen weit auseinander. «Es ist nicht schlecht, wenn man nicht alles voneinander hört», meint Ginger. Doch man ist nie sicher, dass die Leiter nicht mal zur Kontrolle vorbeischauen, meint Tasida.»

Durch das Ufergebüsch sind es nur wenige Schritte zur Thur. Ein Kännel dient als Zahnputzstelle und Abwaschtrog. Der Fluss als Dusche. Er führt weniger Wasser als auch schon in den letzten Tagen. Steine sind im wenig tiefen Wasser zu einem Rund ausgelegt. «Unser Pool», erklären Tasida und Ginger. Eine Kiste, die vom Wasser umspült wird, dient als Kühlschrank. Das Wasser zum Kochen (und Zähneputzen) holen die Pfadis beim Bauern. Das ist sicher nicht der begehrteste Job.

Abenteuerliches Leben

Es ist ein abenteuerliches und zufriedenes Leben, das die Kinder und das halbe Dutzend Leiter während zehn Tagen führen. Und offensichtlich erfüllt es präzis den beabsichtigten Zweck, nämlich selber aktiv zu sein, Verantwortung zu übernehmen und für andere einzustehen.

Das Pfadilager im sankt-gallischen Ganterschwil führte Pfadis des gesamten Korps von Reinach-Menziken und Kulm zusammen. Pfadileiter Julian Fisch v/o Smart ist zufrieden: «Es ist ein gutes Lager.» Er misst die Qualität an der Stimmung. Und er lobt den Lagerplatz. Normalerweise fahre man jedes Jahr an einen andern Ort. Doch dieser Platz sei besonders ideal, gross und am Wasser wunderschön gelegen.

Und so kann sich Pfadileiter Smart gut vorstellen, dass man eine Ausnahme macht und wieder hierherkommt. Das wäre aber erst übernächstes Jahr, denn im 2013 ist das Kantonslager.

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