Vier Jugendliche, die allein mit dem Auto in die Ferien fahren – da ist Konfliktpotenzial vorprogrammiert. Darum ging es am Freitagabend in der Show «Wääglos», die von Ten Sing Reinach aufgeführt wurde. Nebst dem Theater warteten moderne Musikstücke auf die Zuhörer. Shut up and drive von Rihanna oder Price tag von Jessie J – Musikstücke, die in jedem Kinderzimmer rauf und runter gehört werden. Die Lieder wurden von einem Background-Chor aus Jugendlichen zwischen 12-18 Jahren und wechselnden Solistinnen vorgetragen.

Mal Wääglos und mal ratlos

Weglos und auch etwas ratlos waren die vier Jugendlichen, als sie statt in Rimini in Dänemark am Meer landeten und frierend feststellten, dass sie keine dicken Jacken eingepackt hatten. Das Navigationsgerät hatte wohl vor lauter Gepäck keinen Platz mehr gefunden. Auch sonst war das Theaterstück gespickt mit Pointen und brachte das Publikum immer wieder zum Lachen. So enthielt die Parodie auf das i-Phone eben doch ein Fünkchen Wahrheit. Auch eine Blindschleiche, welche vom Fahrer des Autos unvorsichtigerweise ins Jenseits befördert worden war, brachte das Publikum zum Lachen. Die Tussi des Quartetts beschimpfte die anderen drei Teenager als «Hobbyteilzeitmörder.» Das Stück «Too late to apologize», welches auf die Szene folgte, war genauso tragisch wie passend.

Mitgliedermangel

Entstanden ist das Ten Sing (= Teenager singen) aus der Jugendarbeit der reformierten Kirche Reinach. Aus der Suche nach einer modernen Form sind inzwischen 25 Jahre Theater, Gesang und Gemeinschaft geworden. Trotz akutem Mitgliedermangel hat Ten Sing bis heute überlebt. Und den Jugendlichen, welche dabei sind, gefällt es. «Es macht total Spass! Und besonders das Singlager war der Hammer!», schwärmt Yahni Kausch. Die Zwölfjährige gehört zu den Jüngsten des Chors und trat mit ihrer Freundin Jessi beim Stück «Far away» als Solistin auf. Durch ihre Freundin sei sie auch zu Ten Sing gekommen, erzählt sie. «Sie wollte nicht mehr länger die Jüngste sein und sagte zu mir: Yahni, du kommst mit!» Fast ein Jahr lang probten die Jugendlichen einmal pro Woche. Im obligatorischen Singlager vor der Aufführung wurde der Show dann noch der letzte Schliff verliehen.

Zum Schluss ein Kuss

Nach einer Woche Zickenkrieg, Streit und falscher Fahrtrichtung nahm das Theaterstück eine unerwartete Wendung. Einer der vier Jugendlichen outete sich als homosexuell. Was bei seinen drei Freunden Entsetzen auslöste, freute den Butler. Dieser hatte schon lange ein Auge auf den gut aussehenden Jungen geworfen und küsste ihn ohne Vorwarnung.