Die Unternehmensgruppe Pfiffner International AG ist in den letzten Jahren stark gewachsen. An sechs Standorten beschäftigt sie weltweit 550 Mitarbeitende und macht einen jährlichen Umsatz von 120 Millionen Franken. 90 Prozent aller Produkte werden mittlerweile exportiert. Und die Expansion geht weiter: «Zurzeit stehen wir in einer intensiven Ausbau- und Investitionsphase», schreibt das Unternehmen. In Kaiseraugst hat die Gruppe letztes Jahr für ihre MGC Moser-Glaser-AG einen Fabrikneubau erstellt. In der Türkei wurde kürzlich eine Erweiterung der dortigen Produktionsstätte eingeweiht und am Standort Brasilien wurde mit dem Bau einer neuen Produktionshalle begonnen.

Bewilligung für Bürotrakt

Auch am Hauptsitz Hirschthal wird erweitert: Anfang August wurde die Baubewilligung für den Anbau eines Bürotrakts an das Pfiffner-Gebäude erteilt. «Im Zuge des Wachstums und des Bedarfs nach zusätzlichen zentralen Leistungen für die Gruppe wird am Standort Hirschthal mit 230 Mitarbeitenden ein Bürotrakt ergänzt, um die zusätzlichen Aufgaben effizient wahrnehmen zu können», schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.

Gleichzeitig gibt das Unternehmen bekannt, dass die Pfiffner International AG eine neue Leitung bekommt. Der Firmenbesitzer, Gruppenleiter und Verwaltungsratspräsident Fritz Hunziker (65), wird sich ab kommendem Jahr mehr und mehr aus dem operativen Geschäft zurückziehen und sich auf das VR-Präsidium konzentrieren. Wie das Unternehmen mitteilt, wird die Gruppenleitung per 1. Januar 2019 neu organisiert und in eine neue Verantwortung geführt: «Es steht ein Generationenübergang bevor.» Zur neuen Zusammensetzung möchte die Pfiffner International AG aber noch keine Angaben machen.

«Auslandwerke helfen uns»

Pfiffner schafft es, trotz hartem Franken mit der Produktion von Komponenten für die Hochspannungsübertragung erfolgreich zu sein. «Die starke internationale Ausrichtung und die internationale Konkurrenz erfordert eine globale Sicht der Wertschöpfungskette», schreibt das Unternehmen dazu. Und weiter: «Unsere Auslandwerke helfen uns, die Weltmärkte besser zu verstehen und ermöglichen uns den Zugang zu Leistungen und Informationen, die für die Entwicklung des Unternehmens wichtig sind. Wir prüfen permanent weitere unternehmerische Engagements, um die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe sicherzustellen.»

Hunzikers Vater, Fritz Hunziker sen., war der allererste Lehrling des Firmengründers Emil Pfiffner. Die Pfiffners hatten keine Nachkommen, weshalb Emil Pfiffner das Unternehmen 1953 an Hunziker sen. übergab. Dieser trat es 1987 an Sohn und Elektroingenieur Fritz Hunziker jun. ab. Schon 1989 konnte dieser für die Firma ein wegweisendes Geschäft tätigen: Es gelang ihm, von ABB Schweiz das Geschäft mit den gasisolierten Stromwandern zu übernehmen. Ihm gelang auch die Expansion von Pfiffner Messwandler in die Türkei, nach Brasilien und nach Deutschland. In allen drei Ländern unterhält Pfiffner heute Produktionswerke. In der Schweiz besitzt die Gruppe die Produktionsstätten Pfiffner Messwandler AG in Hirschthal, MGC Moser-Glaser AG in Kaiseraugst und ALPHA Elektrotechnik in Nidau BE.

Einziger Messwandler-Hersteller

Der Messwandler ist Pfiffners bekanntestes Produkt und ermöglicht das Messen von Strom und Spannung in Netzen. Hochspannung wird transformiert (gewandelt), um ein Messsignal zu erhalten, mit welchem Netze überwacht werden, aber auch um die Abrechnung in der Stromverteilung innerhalb der grossen Anbieter vorzunehmen. Pfiffner ist im Laufe der Zeit zum einzigen Messwandlerhersteller in der Schweiz geworden.

Die Aussichten für die Entwicklung der Gruppe sind äusserst intakt. Die Kombination des Werkplatzes Schweiz zusammen mit der Internationalität der Produktion und der Märkte ein erfolgreicher Mix.