Hinter dem Museum Schneggli bietet das Casa Schneggli Personen ab dem 50 Altersjahr betreutes Wohnen an. Der Gebäudekomplex mit 49 Wohnungen, der 2013 eröffnet wurde, verläuft parallel zu einem Abschnitt der Wyna. Die Mieter im vorderen und hinteren Gebäudeteil blicken auf den Bach. Dazwischen, auf der Höhe der Postauto-Haltestelle, ist die Wyna überdeckt.

An dieser Stelle sollte man eigentlich auch auf die plätschernde Wyna blicken können. Zumindest, wenn es nach dem Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BAFU) ginge. Zu den Auflagen, unter denen der Kanton Anfang 2011 das Bauvorhaben bewilligte, gehörte der «Rückbau der Wynaüberdeckung». Dies geht aus den Bauunterlagen eines Wiedererwägungsgesuchs der Aargauischen Pensionskasse (APK) hervor, der Eigentümerin des Casa Schneggli. Das Gesuch liegt derzeit öffentlich auf. Die APK beantragt darin, die Überdeckung beibehalten zu können. Denn darauf soll ein Platz mit Bänken zum Verweilen für die Senioren der Alterswohnungen und für Passanten entstehen.

Stinkende Wyna

Weshalb das Bafu damals die Entfernung der Überdeckung verfügt hatte, ist derzeit nicht bekannt. Weil es sich beim Wiedererwägungsgesuch um ein laufendes Verfahren handelt, kann der Kanton momentan keine Stellung dazu nehmen.

Im aktuellen Wiedererwägungsgesuch führt die Eigentümerin des Casa Schneggli mehrere Gründe auf, weshalb die Überdeckung bleiben soll. Erstens würden in diesem Wyna-Teil Wasser- und Elektroleitungen verlaufen. Diese könnten nicht eliminiert werden und ergäben bei der Freilegung der Wyna ein unschönes Bild. Eine Verlegung der Leitungen gestaltet sich gemäss APK ebenfalls kompliziert.

Zweitens würde die Wyna in diesem Bereich keinen schönen Anblick bieten. Sie verlaufe dort in einem Betonflussbett und sei ohne Natürlichkeit.

Drittens führt die Gesuchstellerin an: «Die Wyna führt in den Sommermonaten wenig Wasser und stinkt dadurch erheblich.» Die Freilegung würde diese Belästigung verstärken, vor allem für Bewohner des Casa Schneggli.

Viertens habe eine erneute Beurteilung einer Expertin gezeigt, dass die Freilegung der Wyna im vorgesehenen Bereich für das Casa Schneggli ein erhöhtes Hochwasserrisiko darstelle. Der Bach könne das Unter- und Erdgeschoss überfliessen.

Abschliessend beantragt die Pensionskasse, statt der Wyna-Freilegung auf der Überdeckung einen Platz gestalten zu können. Für 20 000 Franken soll der Überdachungsstreifen zum Platz umgestaltet und mit Sitzgelegenheiten versehen werden. Das Wiedererwägungsgesuch liegt noch bis zum 25. September auf. Danach wird sich entscheiden, ob die Bewohner des Casa Schneggli künftig Aussicht auf den freigelegten Fluss oder einen neuen Platz haben.