Seltene Nebenberufe
«Weibeldienst ist günstiger als Postzustellung der Unterlagen»

Esther Baumann verträgt in ihrem offiziellen Amt als Gemeindeweibelin mit Leib und Seele die Post der Gemeinde Attelwil: «Meist bin ich mit dem Velo unterwegs».

Christine Fürst
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Esther Baumann ist als Gemeindeweibelin oft mit dem Velo in Attelwil unterwegs.

Esther Baumann ist als Gemeindeweibelin oft mit dem Velo in Attelwil unterwegs.

Christine Fürst

Ein Infoblatt für die Häckselaktion, Abstimmungs- und Wahlunterlagen oder auch Rechnungen aus der Gemeinde. Alles landet im Körbchen von Esther Baumann hinten auf dem Velogepäckträger. Dann fährt sie von Briefkasten zu Briefkasten – rund 120 sind es in Attelwil – und verteilt die Gemeindepost. «Bei Hudelwetter bin ich manchmal auch zu Fuss oder mit dem Auto unterwegs, meist aber mit dem Velo», sagt sie.

«Ich kenne die Leute und deren Briefkästen»

Vor rund einem Jahr ist sie in diese Funktion als Gemeindeweibelin reingerutscht. Eigentlich habe sie nur ausgeholfen und plötzlich habe sie den Job ganz übernommen. «Es war für mich in Ordnung, es gibt ja nicht so viel zu tun», sagt sie. «Dieses Nebenamt gefällt mir gut.» Ihre neue Funktion war für sie keineswegs neu, sondern nur anders. Sie war vorher lange Zeit als Pöstlerin unterwegs. «Ich kenne die Leute und deren Briefkästen», sagt sie.

Für ihre Arbeit wird sie von der Gemeinde entschädigt. «Für uns ist der Weibeldienst wesentlich günstiger, als wenn wir die Unterlagen per Post zustellen würden», sagt deReportage - Seltene Nebenberufer Attelwiler Gemeindeschreiber Hans Günter Seibert. Zudem sei so gewährleistet, dass die Unterlagen auch in sehr knappen Fristen zugestellt werden. Mit dem Weibeldienst habe man in der Gemeinde nur gute Erfahrungen gemacht.