Schöftland
Wehrstützen entfernt: Happy End am alten Stauwehr

Nach langem Hin und Her zwischen Gemeinde und Besitzer sind nun die Wehrstützen, in denen sich das Schwemmholz verkeilte, endlich weg, die Feuerwehr ist glücklich. Nun soll ein Kleinkraftwerk entstehen.

Aline Wüst
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Stauwehr

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Es war ein Ärgernis. Das Wehr, das sich in der Suhre, gleich hinter dem Mühlegelände befindet, hat jahrein, jahraus die umliegenden Felder überschwemmt. Unvermeidbar war das nicht. Denn das Stauwehr ist seit sechs Jahren nicht mehr in Betrieb und hätte schon lange abgebrochen werden können. Das teilte Gemeindeschreiber Rudolf Maurer vergangene Woche mit. Roland Rolli, Vize-Kommandant der Regiowehr Suhrental, bestätigt das.

Doch das Wehr blieb stehen. Nach langem Hin und Her zwischen Gemeinde und Besitzer sind nun die Wehrstützen, in denen sich das Schwemmholz verkeilte, endlich weg.

Nun entsteht ein Kleinkraftwerk

Genutzt wurde das Wehr bis vor vier Jahren zur Stromgewinnung. Die Polymill AG, der das Mühlegelände gehört, ist auch Besitzerin des Wehrs und damit für den Unterhalt zuständig. Nachdem das Wehr jedoch beim Hochwasser 2008 beschädigt wurde, entschied sich die Polymill AG, es nicht zu reparieren. Grund dafür war auch ein Neubau auf dem Mühlegelände. Während der Bauzeit war die Nutzung des Wehrs sowieso nicht möglich. Das Wehr blieb also stehen, während die Polymill AG eine Machbarkeitsstudie für ein neues Wehr mit Fischpass durchführte.

Aufgrund der inzwischen geführten Gespräche mit kantonalen und kommunalen Behörden hat die Polymill AG nun entschieden, das bisherige Ausleitkraftwerk durch ein neues Wehr mit Durchleitkraftwerk zu ersetzen. Dieses wird in nächster Zeit realisiert, die Polymill AG hat dies der Gemeinde mitgeteilt. Ebenfalls mitgeteilt hat sie, dass mit dem Abbruch des alten Wehrs begonnen wird.

Einfache Lösung

Bis der Rückbau am vergangenen Freitag nun endlich durchgeführt wurde, floss allerdings viel Wasser die Suhre hinunter, ein paar Mal auch zu viel. Dann verstopfte jeweils Schwemmholz das Wehr und die Feuerwehr musste ausrücken. Roland Rolli, Vize-Kommandant der Regiowehr Suhrental, sagt, dass die Feuerwehr bei Hochwasser in 80 Prozent der Fälle wegen ebendiesem Polymill-Wehr ausrücken musste. Mit einem Kran entfernten sie das Schwemmholz. Das bedeutete für rund zehn Feuerwehrmänner jeweils zwei bis drei Stunden Arbeit. Und vermieste ihnen manchen gemütlichen Abend im Trockenen.

Dabei wäre die Lösung ganz einfach gewesen und der Arbeitsaufwand gering, wie sich letzte Woche zeigte. Eine Stahlbaufirma hat im Auftrag der Polymill AG die unliebsamen Wehrstützen unter dem Fussgängersteg entfernt. Ein Arbeitsaufwand von wenigen Stunden.

Das zeigte bereits bei den prekären Wasserverhältnissen am Samstag Wirkung: Die Polizei musste nicht ausrücken. Roland Rolli von der Regiowehr sagt: «Das Gestürm und eine mühsame Geschichte sind nun zu Ende.»

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