Karin Bertschi-Ladenbauer (SVP, Leimbach) ist seit dem Januar Grossrätin. Jetzt hat die 27-Jährige ihren ersten Vorstoss eingereicht. Den Anlass für das Postulat gab ein persönliches Schock-Erlebnis. Es passierte mitten in Unterkulm beim Verkehrsknoten Abzweigung Böhler. Karin Bertschi fuhr mit dem Auto von Aarau Richtung Reinach.

«Ich sah, wie ein kleines Mädchen von der Seite der Kirche, der Schule, zum Zebrastreifen lief. Ein Richtung Aarau fahrender Lastwagen hielt an, ebenfalls die Autos Richtung Oberwynental.» Als das Kind bereits über die Mittellinie gewesen sei, sei überraschend ein WSB-Zug von Aarau gekommen.

«Er hupte derart laut, dass das Kind im Reflex zurück zum ursprünglichen Ausgangspunkt rannte. In der Zwischenzeit rollte aber der LKW schon wieder – es kam um ein Härchen zu einem schlimmen Unfall», schildert Bertschi den Schreckmoment.

Keine Warnung vor der WSB

Das Problem: Weder Fussgänger noch Autofahrer werden vor der herannahenden WSB gewarnt. Ein Eigentrassierungsprojekt ist zwar aufgegleist, aber der Baubeginn wird frühestens 2022 sein. Falls es Einsprachen gibt, wohl noch später.

SVP-Grossrätin Bertschi mag nicht so lange warten. Sie fordert Sofortmassnahmen: «Die Verkehrssituation ist für alle Teilnehmenden äusserst gefährlich und unbefriedigend und eine Entschärfung deshalb dringend angezeigt.»

Die Recyling-Unternehmerin möchte, dass der Regierungsrat ein Sicherheitskonzept für Schulkinder und alle übrigen Verkehrsteilnehmer rund um den Knoten Böhler ausarbeiten lässt. Dem Projekt sei höchste Priorität zu schenken. «Falls notwendig, sind andere, weniger dringende Projekte zurückzustellen», schreibt Karin Bertschi im Postulat. Schliesslich sei es «die sicherheitstechnisch wohl gefährlichste Verkehrssituation im ganzen Wynental».

«Lotsen komplett überfordert»

Die Parlamentarierin hat sich bei der Polizei erkundigt, weshalb man ausgerechnet bei diesem Fussgängerstreifen nie Schülerlotsen einsetze. «Diese wären wegen der schwierigen Verkehrssituation komplett überfordert», fasst Bertschi die Antwort der Polizei zusammen. Sie sagt: «Die Alternative heute: Man lässt Primarschüler selber über den Zebrastreifen gehen – in der Hoffnung, es werde wohl nie etwas passieren.» Dies mit der Begründung, der Schulweg sei Sache der Eltern. «Eine äusserst naive Haltung», findet Bertschi und fordert möglichst zeitnah zusätzliche Sicherungselemente im Dorfzentrum von Unterkulm.