Reinach

Wegen Corona: Hunderte Liter Rynecher Bier landen im Abfluss

«BrauGarage» feiert mit gemischten Gefühlen Geburtstag. Die Coronakrise führte dazu, dass Hunderte Liter Bier nicht mehr verkaufbar sind und weggeschüttet werden mussten.

Die Reinach Mikro-Gasthausbrauerei BrauGarage feiert morgen Samstag ihren zweiten Geburtstag. Zuvor hatte Brauer Fritz Züger eine unangenehme Aufgabe zu erledigen. Wegen Corona hatte der Umsatz nicht das gewohnte Niveau erreicht, weshalb er mehrere hundert Liter Bier ausleeren musste.

Züger erklärt: «Ende Februar produzierte ich zusätzliches Rynecher Bier, weil wir im Frühling zwei grössere Anlässe beliefern sollten und auch der Kulturraum über der ‹BrauGarage› gut vermietet war.» Dann kam am 17. März der Lockdown, und die Mikro-Gasthausbrauerei musste für mehr als zwei Monate schliessen. Zu allem Übel fielen auch die AMA in Aarau sowie alle weiteren Anlässe aus. Dadurch blieb Brauer Züger auf dem Bier sitzen.

Fritz Züger konnte nicht anders, als das Bier wegzuleeren.

Fritz Züger konnte nicht anders, als das Bier wegzuleeren.

Viel Sympathie seitens der Stammkunden

Er und seine Partnerin Franziska Meyer, die gemeinsam die «BrauGarage» betreiben, versuchten in der Not, mit einem «Rampenverkauf» zweimal pro Woche die Situation zu lindern. «Das war eine gelungene Aktion und brachte viele Sympathiebekundungen unserer Gäste», sagt Züger. Der Schaden konnte zwar reduziert werden. Dennoch blieben bis in den Juni hinein mehrere hundert Liter Bier in den Fässern.

Die «BrauGarage» zwischen Reinacher Gemeindehaus und «Schneggen» ist seit Auffahrt wieder geöffnet, coronabedingt mit den Schutzmassnahmen allerdings nur bei gutem Wetter. Das handwerklich gebraute Rynecher Bier bleibt bei kühler Lagerung nur gegen vier Monate frisch. Deshalb sah sich Züger in den letzten Tagen gezwungen, zahlreiche 20-Liter-Fässer auszuschütten. «Das ist keine schöne Sache, aber es geht nicht anders. Unser Rynecher Amberbier verliert seinen typischen Malzcharakter, wenn es zu alt ist.»

Inzwischen lagert in den Tanks neues Rynecher Bier, das bald angezapft werden kann. Seit dieser Woche ist die «BrauGarage» auch wieder täglich als Feierabendbeiz geöffnet. Für die Geburtstagsfeier morgen Samstag (ab 15 Uhr, mit Musikformationen und kulinarischen Überraschungen) hat Fritz Züger schon vor Wochen eine dritte Rynecher Biersorte kreiert, ein helles Witbier nach belgischem Rezept. Hinzu kommt als «Gastbier» ein Sud aus dem Unterengadin. Das Angebot umfasst aktuell wie gewohnt acht handwerklich gebraute Biere, darunter die Dauerbrenner «Nachtwächter» aus Gunzwil LU, das Weizenbier «Soo happy» aus Sursee LU und ein Bier vom Seenger «BrauerTom».

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