Unterkulm

Wegen «Asbest-Problematik»: Jugendfest muss verschoben werden

In der Schulanlage Färberacker wurden Asbestrückstände gefunden. Bei einer Sanierung können die krebserregenden Fasern in die Umwelt entweichen.

In der Schulanlage Färberacker wurden Asbestrückstände gefunden. Bei einer Sanierung können die krebserregenden Fasern in die Umwelt entweichen.

An der Unterkulmer Gmeind gab es Neues zu den Rückständen im Schulhaus Färberacker.

Das letzte Traktandum «Verschiedenes und Umfrage» hat es oftmals in sich. So auch an der Unterkulmer Sommergmeind. Es ging um die «Asbest-Problematik» im Schulhaus Färberacker, wie das Thema von Gemeindeammann Roger Müller genannt wurde. Im März machte die Gemeinde publik, dass in der Betondecke des Primarschulhauses Reste von Spritzasbest gefunden worden waren. Diese sind vollkommen in den Bauteilen gebunden und stellen daher keine Gefahr dar.

Vor Umbau muss Asbest weg

Seit Jahren ist bekannt, dass das Schulhaus Färberacker dringend saniert werden muss. Das Dach hält starken Regenfällen nicht mehr stand, im Herbst 2015 drang das Wasser bis in den Keller durch. Darum werden die Asbest-Rückstände jetzt zum Problem: Bei Umbauarbeiten können die krebserregenden Fasern in die Umgebung entweichen.

Das Schulhaus hätte in den Frühlings- und Sommerferien 2017 saniert werden sollen. Dieser Plan musste verworfen werden: Bevor irgendetwas abgerissen und neu gebaut werden kann, muss der Asbest entfernt werden. Das bedeutet noch nicht bezifferbare Mehrkosten und eine Verzögerung auf unbestimmte Zeit.

Jugendfest 2017 wird verschoben

Die «Asbest-Problematik» bringt auch eine Enttäuschung für alle Jugendfest-Freunde: Gemäss Vierjahreszyklus wäre 2017 ein Jugendfestjahr. Solange das Schulhaus nicht saniert ist, kann aber kein Fest stattfinden. Deshalb wird das Jugendfest verschoben. Dies meldete gestern das «Wynentaler Blatt». Der Unterkulmer Schulpflegepräsident Christoph Balli erläuterte auf Anfrage: «Ein Jugendfest gleichzeitig mit der Sanierung Färberacker ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich.» Wann das nächste Jugendfest stattfinden wird, hängt also von der unbekannten Dauer der Sanierungsarbeiten ab – 2018 wird es sehr wahrscheinlich nicht reichen. Denn frühestens nächstes Jahr beginnen erst die Sanierungsarbeiten.

Das sagte der zuständige Gemeinderat Michael Patscheider an der Gemeindeversammlung. Er informierte über die Situation im Färberacker. In den 1980er-Jahren sei eine umfassende Asbestsanierung durchgeführt worden, so Patscheider. «Heute aber sind die Messmethoden genauer und die Vorschriften strenger.»

Dass das Thema sehr ernst genommen wird, zeigte die Anwesenheit des Gebäudediagnostikers Walter Hiltpold an der Gmeind. Er bringe 30 Jahre Erfahrung im Umgang mit Asbest mit, sagte der Mitarbeiter der Basler Umweltberatungsfirma Carbotech. Hiltpold erklärte, dass früher in der Schweiz etwa 3000 Gebäude, vor allem Schulhäuser, mit Spritzasbest behandelt wurden – als Akustikschutz. «Das war günstig und ging schnell.»

«Die Suva hatte Angst»

1986 wurden die ersten Asbest-Sanierungen gestartet. «Die Suva hatte extrem Angst, weil die damaligen Masken noch nicht ganz dicht waren», erklärt Hiltpold. So habe man nur die einfachen Sanierungen vorgenommen. «Die letzten ein, zwei Millimeter mit belastetem Material wurden sein gelassen und versiegelt.» So auch im Färberacker. Doch genau diese minimen Rückstände seien schwierig wegzubringen, warnte der Asbest-Experte: «Das Entfernen der letzten zwei Millimeter ist viel aufwendiger als das Abkratzen im grossen Stil.»

Die weiteren Geschäfte

Ansonsten gab es an der Gmeind wenig Diskussionsstoff. Die acht Traktanden wurden von den 45 anwesenden von insgesamt 1805 Stimmbürgern diskussionslos angenommen. Als erste von zwölf Gemeinden sagte Unterkulm Ja zur Fusion der beiden Zivilschutzverbände «aargauSüd» und «Wynental». Weiter genehmigt wurden die Jahresrechnung und der Rechenschaftsbericht 2016, drei Kreditabrechnungen mit teils massiven Kreditunterschreitungen, die Gemeinderatsbesoldungen für die Amtsperiode 2018–2021, das neue Marktreglement und die Teiländerung der Nutzungsplanung Feldmatte.

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