Littering
Weg mit dem Abfall – Bewohner helfen mit

Müll soweit das Auge reicht. Damit soll aber Schluss sein: Die Litteringkommission will in der Gemeinde aufräumen und lanciert ein Projekt.

Barbara Vogt
Merken
Drucken
Teilen
Der Müll im Wynetal muss Weg
5 Bilder

Der Müll im Wynetal muss Weg

Dosen, Zigarettenstummel, Plastik, Verpackungen, PET-Flaschen – die Unterkulmer Bevölkerung jammert über zu viel Abfall auf öffentlichen Plätzen. «Das beeinträchtigt das Erscheinungsbild, sagt Vizeammann Franz Hochstrasser. Doch andere Gemeinden hätten ebenfalls ein Litteringproblem. «Bei uns ist es durchschnittlich hässlich», so Hochstrasser.

Die Litteringkommission unter der Leitung des Vizeammanns befasst sich intensiv mit dem Thema. Mit «Prolun», Projekt Littering Unterkulm, gelangen die Verantwortlichen an die Öffentlichkeit. Die Kommission hat dafür das Institut für Raumentwicklung an der Fachhochschule Rapperswil beigezogen. Beim rund halbjährigen Projekt werden die Einwohner miteinbezogen, Franz Hochstrasser: «Es geht um das Verhalten der Menschen. Es ist sinnvoll ‹beteiligungsorientiert› vorzugehen.»

Verhalten ändern

Littering habe mit der wachsenden Mobilität der Bevölkerung und der damit verbundenen Essgewohnheiten zu tun», erklärt der Projektleiter. «Kaufverhalten und Verpackungsarten spielen eine grosse Rolle. Heute werden Dinge produziert, die nur zum Wegwerfen geeignet sind, Littering geradezu provozieren.» Man könne ja nicht gut zu Coop gehen und sagen, dieser dürfe die Verpackungen nicht mitgeben.

Vielmehr gehe es um das Verhalten jedes Einzelnen. «Wir möchten die Einwohner für die Thematik sensibilisieren und Verhaltensänderungen fördern.»

Die Litteringkommission hat bereits Plätze bezeichnet, an denen es viel Abfall gibt: beim Zentrumsplatz, beim Schul- und Friedhofareal, beim Färberacker, bei der WSB-Station. Bei den Weihern im Gebiet Hueb liegt ebenfalls viel herum, obwohl dort Abfalleimer stehen. «Ich bin ein toleranter Mensch, aber so etwas verstehe ich nicht», sagt Hochstrasser. «Zu Hause hat man Ordnung. In der Öffentlichkeit nimmt man die Verantwortung nicht wahr. Das steht im Widerspruch zum pingeligen und sauberen Schweizer.»

Was gefällt Ihnen an den Plätzen?

Nach den Frühlingsferien befragen Studenten der Fachhochschule Rapperswil Passanten an den Littering-Orten, wie sie sich zu dieser Problematik stellen. Parallel dazu gelangt in jede Haushaltung ein Fragebogen. Dieser wird demnächst auf der Gemeinde-Website www.unterkulm.ch aufgeschaltet. Dabei werden Fragen wie «Was gefällt Ihnen an den Plätzen?» oder «Was könnten Sie sich vorstellen, gegen Littering zu machen»? gestellt.

Problem bleibt bestehen

Die Litteringkommission lädt auch zu verschiedenen Veranstaltungen. Sie hofft, Bewohner für Antilittering-Aktionen zu gewinnen. «Kommen die Projekte aus der Mitte der Bevölkerung, stossen sie auf breite Akzeptanz», ist Hochstrasser überzeugt. Illusionen macht er sich keine: «Das Litteringproblem bleibt in unserer Wirtschaftsordnung bestehen.»