Schöftland
Wechsel an der Spitze des Alterszentrums: Zeller geht, Zeller kommt

Nach vier Jahren als Leiter des Alterszentrums Schöftland muss Thomas Zeller Knall auf Fall gehen - er wurde freigestellt. Auf ihn folgt ein alter Bekannter: Otto Zeller übernimmt die Leitung ad interim

Christine Wullschleger
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Auf Thomas Zeller (links) folgt Otto Zeller.

Auf Thomas Zeller (links) folgt Otto Zeller.

ZVG

Vier Jahre war Thomas Zeller Leiter im Alterszentrum Schöftland. Der diplomierte Elektro-Ingenieur kannte beinahe alle Mitarbeitenden und Bewohner mit Namen. Umso mehr erstaunt es, dass er am letzten Mittwoch Knall auf Fall gehen musste.

Als Grund gibt der Verwaltungsrat in einer Pressemitteilung «unterschiedliche Auffassungen über die Führung der Institution» an, welche zur Trennung geführt hätten. Thomas Zeller wurde nicht nur gekündigt, sondern er wurde auch freigestellt. «Der Entscheid fiel kurzfristig», sagt Verwaltungsratspräsident Hans Rudolf Würgler. Mehr will er dazu nicht sagen.

Unterstützung vom Team

«Im Alterszentrum ist nichts vorgefallen. Vielleicht wurden Thomas Zellers Sprüche falsch verstanden», sagt eine Mitarbeiterin. Thomas Zeller sei sehr offen und liebevoll gewesen, die Tür zu seinem Büro sei immer offen gestanden. «Ich habe Thomas Zeller als sehr korrekt und engagiert wahrgenommen», sagt eine andere Mitarbeiterin. «Das Wohl des Menschen stand bei ihm im Vordergrund. Wir wollen Thomas Zeller als Zentrumsleiter zurück.»

Neuer Leiter ist «alter Bekannter»

Der Mann, der nun die interimistische Leitung des Alterszentrums übernimmt, ist ein alter Bekannter. Er heisst ebenfalls Zeller. Otto Zeller hat mit seinem Führungsstil in der Vergangenheit für schlechte Schlagzeilen gesorgt. Er war rund elf Jahre Leiter des Alterszentrums in Schöftland, bevor er 2012 die Leitung des Alterszentrums Sunnmatte in Kölliken nach einer Interimsleitung definitiv übernahm.

Dort blieb er jedoch nicht lange: Nach nur fünf Monaten reichte er die Kündigung ein. Damals begründete Otto Zeller seine Kündigung unter anderem mit Angriffen gegen seinen Führungsstil und seine Person. Otto Zeller wurde Geschäftsführer der Regionalen Alterszentren Bremgarten und Widen.

Statt zu viel Herzlichkeit wie seinem Namensvetter wurde Otto Zeller damals von Bewohnern, Angehörigen, Verbandsabgeordneten und ehemaligen Angestellten ein «diktatorischer» Führungsstil vorgeworfen.

In beiden Heimen kam es zu zahlreichen Abgängen und Personalwechseln. Der Verbandsvorstand der beiden Alterszentren trennte sich schliesslich von Otto Zeller. Seither widmet sich Otto Zeller seiner Malerei.

Unter den Mitarbeitenden im Alterszentrum Schöftland geht nun die Angst vor Umstrukturierungen und Stellenstreichungen um. «Bereits jetzt stellt Otto Zeller alles auf den Kopf, was Thomas Zeller gemacht hat.

Jetzt ist die Tür zum Büro wieder geschlossen», sagt eine Mitarbeiterin. «Otto Zeller bricht die ganze Philosophie des Hauses», sagt eine andere Mitarbeiterin. Sie spricht gar von Existenzängsten und schlaflosen und weinenden Bewohnern.

«Ein Stellenabbau ist Quatsch, ich bin nicht in Schöftland, um zu sanieren», sagt der Zentrumsleiter ad interim, Otto Zeller. Er schaue nun, dass es nach der Entlassung von Thomas Zeller ruhig weitergehe und «ich schaue, dass das Schiff geradeaus weiterfährt». Zu seinem oft kritisierten Führungsstil sagt er: «Ich sage, was ich will und wie ich es will. Ich führe.»

«Es ist nicht unser Ziel, dass nun mit Otto Zeller alles auf den Kopf gestellt wird», sagt der Verwaltungsratspräsident Hans Rudolf Würgler. «Das Alterszentrum ist gut aufgestellt, und es gibt keinen Grund für eine Streichung von Stellen.»

Man habe sich für Otto Zeller entschieden, weil er momentan Zeit hatte und das Alterszentrum von seiner früheren Tätigkeit bereits gut kenne.

Man habe Otto Zellers Geschichte im Verwaltungsrat diskutiert, doch in Schöftland habe man positive Erfahrungen mit ihm gemacht. «Er ist damals freiwillig gegangen und wir haben ihn ungern ziehen lassen», sagt Würgler.

Klar ist, dass Otto Zeller kurz vor der Pension steht. «Wir haben nun Zeit, um die beste Lösung für alle zu finden», so Hans Rudolf Würgler.