Gontenschwil
Was Kinder wollen: Ein iPhone und dass die Eltern sich nicht trennen

Ein Puppenspieler und Pädagoge spielt und diskutiert mit Kindern und löst überraschende Antworten aus. Die grösste Sorge bei den Kindern ist, dass die Eltern sich trennen könnten.

Peter Siegrist
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Die Schlussszene dürfen die Kinder selber spielen: Grossmama besucht jetzt Max’ Eltern. psi

Die Schlussszene dürfen die Kinder selber spielen: Grossmama besucht jetzt Max’ Eltern. psi

Die Viertklässler im Husmatt Schulhaus sind gespannt auf das Geschehen auf der kleinen Bühne. Den Puppenspieler Werner Bühlmann (Tösstaler Marionetten) haben sie vor dem Spiel bereits kennen gelernt, und er auch sie. Noch ist auf der kleinen Bühne von den Puppen nichts zu sehen.

Dann lässt Bühlmann die Figuren einzeln auftreten und stellt sie vor: Max, der Sohn, dann der Vater, die Mutter, die Grossmutter. Auch das Interieur wird auf die Bühne gestellt: Ein Ohrensessel, eine Kiste als Sofa und ein TV-Gerät. Mehr brauchts nicht, das Spiel kann beginnen.

Weisch was d’wotsch?

Max geht es schlecht. Er hat auf dem Schulweg einen Kameraden geschlagen, der ihn beschimpft hat, und jetzt fürchtet er sich vor der Reaktion der Lehrerin und der Eltern. Max ist zu Hause allein, seine Eltern sind noch auf der Arbeit. Eine Situation, die den Schülern bekannt ist, kommt da auf die Bühne.

Zum Glück ruft die Grossmutter an, und Max erzählt ihr seinen Geburtstagswunsch: «Ich möchte ein iPhone.» Schon steckt Pädagoge Werner Bühlmann mitten in einer Diskussion (siehe Box). «Wer hat von euch ein Handy, wer nicht? Wer möchte eines?»

Fit und stark fürs Leben

Die Primarschule Gontenschwil beteiligt sich an einem mehrjährigen Schulprojekt zur Persönlichkeits- und Gesundheitsförderung. Ein passendes Lehrmittel und verschiedene Aktivitäten unterstützen die Lehrerinnen und Lehrer, mit ihren Schülern soziale und persönliche Kompetenzen einzuüben. Zentral sind Selbstwertgefühl und Einfühlungsvermögen. Die Inhalte des Lehrmittels sind der Umgang mit Stress und Frust sowie das Erwerben von Fertigkeiten, um Probleme zu lösen. Es geht letztlich um Prävention und wichtiges Wissen im Zusammenhang mit der Gesundheit und Suchtgefahren. (psi)

Max ist unglücklich. Aber was braucht es denn zum Glücklichsein? Über die Puppenszenen nimmt Bühlmann die Kinder mit ein Gespräch über Wünsche, Glück und Sorgen.

Eure grösste Sorge? «Wenn die Eltern streiten oder sich trennen, davor hätte ich Angst», sagt ein Mädchen. Ein Knabe: «Ich möchte, dass es der Familie gut geht, dass die Eltern zusammenbleiben.» Zwei Kinder erzählen, wie schwierig sie die Trennung ihrer Eltern erlebt haben. «Ich war traurig, ich bin es heute noch.» Was braucht es zum Glück?

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Max wünscht sich ein Telefon. Ist das der Glücksbringer, wenn man allein ist? Oder das TV-Gerät? Eine Diskussion über mögliche TV-Regeln innerhalb der Familie kommt jetzt in Gang.

Im Spiel nimmt jetzt Fitzlibutzli, der Geist, Einfluss und entführt Max ins Land der Wünsche. Gespannt beobachten die Kinder, wie es Max ergeht, dort, wo er alles erhält. Alles? «Was kann ihm der Geist nicht geben?», fragt Bühlmann. «Die Liebe» sagt ein Mädchen, «selbst eine gewisse Strenge der Eltern ist auch Liebe». Da staunen der Spieler und Lehrerin.

Nun, Max will zurück zu den Eltern und erfährt, dass er von der Grossmutter kein iPhone erhält. Die Oma hat mit den Eltern verhandelt und schenkt ihrem Enkel einen Hund. Diese letzte Szene dürfen die Kinder mit den Puppen spielen. Und tun es mit grossem Eifer.

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