Reinach
Was dieser junge Reinacher anfasst, wird zu Gold

Bei Marc Nietlispach ist fast alles Gold, was glänzt: Der Jungunternehmer hat eine Maschine gebaut, mit der er sogar WC-Deckel vergolden kann. Seine Produkte sind gefragt.

Aline Wüst
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So wird Grillbesteck vergoldet
7 Bilder
Marc Nietlispach macht sich bereits fürs Vergolden
Zuerst wird das Grillbesteck entfettet und ein bisschen vom Chrom abgenommen
Er trägt eine spezielle Paste auf, damit das Gold haftet
Dazwischen bespritzt er das Grillbesteck mit Wasser
Das Gold wird aufgetragen und ist sofort sichtbar
Das vergoldete Grillbesteck glänzt in der Sonne

So wird Grillbesteck vergoldet

Aargauer Zeitung

Marc Nietlispach aus Reinach ist 20 Jahre alt, und was er anfasst, wird zu Gold. Und zwar zu echtem 24-Karat-Gold. Zusammen mit einem Kollegen aus Deutschland hat er eine spezielle Beschichtungs-Maschine gebastelt, mit der sich alle Metalloberflächen vergolden lassen. «Die Idee dazu kam mir schon früh», erzählt Nietlisbach, der das KV gemacht hat und heute bei seiner Mutter in einem Hotel in Langenthal arbeitet.

Als Bub fragte er einmal bei einem Automechaniker an, was es kosten würde, sein Töffli zu vergolden. Es war viel zu teuer. Darum überlegte sich Nietlisbach, wie man einen Gegenstand zwar goldig machen kann, aber so, dass er dennoch bezahlbar bleibt.

Schleimiges Gold

Per Zufall kam er mit dem Deutschen Werner Bösel in Kontakt. Gemeinsam tüftelten sie an einer bestehenden Beschichtungsmaschine herum. Bösel ist der eher technisch Versierte, von Nietlispach kam die Idee mit dem Gold. «Zuerst war die Maschine so gross, dass sie gar nicht ins Auto passte», erinnert sich Nietlispach. Während Bösel schon seit drei Jahren vor allem Autoteile vergoldet, hat der 20-Jährige seine eigene Vergoldungs-Maschine Anfang September in die Schweiz geholt. Nun ist sie so handlich, dass sie in jeden Kofferraum passt.

Goldbarren lagert er keine zu Hause. Sein Gold ist zähflüssig, schimmert violett und ist mit winzigen Goldpartikeln versetzt. Aufbewahrt wird es in kleinen Plastikflaschen. Das Vergolden selber geht ziemlich schnell: Nietlispach stülpt sich Plastikhandschuhe über, setzt sich auf seinen Balkon auf den kleinen Sitz seiner Maschine. Darauf sitzt er ähnlich wie auf einem Dreirad-Velo. Vorne unter dem Sitz sind vier Behälter mit verschiedenen Substanzen befestigt – unter anderem das Gold. Nach ein paar Vorbereitungen kommt es, das schleimige Gold. Ganz sanft fährt er über die Oberfläche und wie durch Zauberhand wird der Gegenstand golden. Lustiges Detail: Aufgetragen wird das Gold mit über die Metallstäbe gestülptem altem Teddybären-Fell.

Nicht nur der alten Teddybären wegen ist Nietlispach öfter an Flohmärkten anzutreffen. Dort findet er immer wieder Raritäten: wie zum Beispiel das alte Fernglas. Zu Hause wird das Fundstück vergoldet und dann auf einer Auktionsplattform im Internet verkauft. Mit Erfolg, wie Nietlispach erzählt.

Am beliebtesten ist das Vergolden aber bei Autoliebhabern. «Es gibt viele, die gerne einzelne goldene Teile am Wagen hätten», erklärt Nietlispach. Die kleine mobile Gold-Maschine sei einzigartig und begehrt. «Wir hatten schon Anfragen aus Dubai für die Maschine.»

Die beiden Vergolder sind nicht am Verkauf der Maschine interessiert. «Ich hoffe, dass ich einmal vom Vergolden leben kann», sagt Nietlispach und fügt an «dann wäre es doch dumm, unsere Maschine gleich allen zu verkaufen.»

Internet: www.goldcompany.ch

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