Suhrental
Warum die Autofahrer endgültig genug von der Verkehrsinsel hatten

Bei der Verkehrsinsel zwischen Attelwil und Mossleerau kam es immer wieder zu Unfällen - weils sie, gerade bei Nacht und Nebel, schlecht sichtbar war. Jetzt ist die Insel verschwunden.

Barbara Vogt
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Das Bild oben zeigt die Verbindungsstrasse im neuen Zustand.ba/zvg

Das Bild oben zeigt die Verbindungsstrasse im neuen Zustand.ba/zvg

Aargauer Zeitung

Vor kurzer Zeit fuhr eine Frau von Moosleerau Richtung Attelwil. Bei der Fussgängerinsel vor der Suhrenbrücke touchierte sie dann mit einem Rad die Insel. Das Auto überschlug sich und blieb knapp vor Brücke stehen. Wäre es ins Geländer geprallt, wäre die Frau vielleicht tot. Das sei nicht der einzige Unfall an dieser Stelle gewesen, sagt Gemeindeammann Roger Lehner aus Attelwil.

«Die Verkehrsinsel war zu gefährlich. Bei Nacht und Nebel sah man sie kaum und fuhr die Pfosten beinahe um. Lastwagen und Busse schlingerten hindurch.» Einem Verkehrsteilnehmer habe es einen Pneu aufgeschlitzt, weil er auf die Insel aufgefahren sei.

Beleuchtung wäre nötig gewesen

Die Fussgängerinsel wurde im Zusammenhang mit dem neuen Radweg zwischen Moosleerau und Attelwil gebaut. Sie sollte die Fussgänger und Velofahrer schützen, die vom Suhrenweg - dem nationalen Radwegnetz - kamen und die Hauptstrasse überquerten. Seit wenigen Wochen ist die Insel aber weg. Beinahe in einer Nacht-und-Nebel-Aktion entfernte die Bauherrschaft, das kantonale Baudepartement, die zwei Pfosten und die weisse Bodenmarkierung.

Die umliegenden Gemeinden, insbesondere die Attelwiler, machten Druck und forderten den Kanton auf, die Verkehrsinsel zu entfernen. Empörte Private meldeten sich ebenfalls beim Kanton. «Wir mussten handeln, bevor etwas passiert», so Lehner. «Jetzt kommt der Winter, die Strassen werden eisig. Die Unfallgefahr erhöht sich nur noch.»

Die Leuchten kosteten 100000 Franken

Man sei sich der gefährlichen Situation bewusst gewesen, sagt Walter Bolliger, Projektleiter der Abteilung Tiefbau beim Baudepartement. Die reflektierenden Pfosten hätten zu wenig Schutz geboten. Deshalb habe man an der Suhrenbrücke zusätzliche Lichtreflexe angebracht. Weil aber Fussgängerschutzinseln ausserorts neu beleuchtet sein müssen, stand der Kanton vor der Wahl: entweder Beleuchtung oder Abbruch der Insel. Die Leuchten, mehrere Strassenlaternen entlang dem Radweg, hätten über 100000 Franken gekostet. «Zu teuer für uns.» - Lockt die schnurgerade Strecke jetzt nicht wieder zum Rasen? Walter Bolliger: «Tempo 80 ist klar signalisiert.»

Er schlug der Sektion Verkehrstechnik vor, im Bereich der Suhrenquerung das Tempo auf 60 zu drosseln, was übrigens bei der Gemeinde Attelwil auch schon mal Thema war. Bei der Verkehrstechnik stiess der Vorschlag auf taube Ohren. Bolliger meint, dass die Fussgänger und Velofahrer durch die fehlendende Insel nicht mehr gefährdet seien. Glücklicherweise sei die Strasse nicht so stark frequentiert, wie dies in einer Stadt der Fall sei. Ausserdem sei sie übersichtlich.

Die Idee von Thomas Kohler, Geschäftsführer von ACS Mitte Aarau, vor der Brücke eine Fussgänger-Tafel hinzustellen, erscheint vielleicht sinnvoller: Dass die Insel nicht mehr steht, findet er positiv»: «Diese war brandgefährlich.»