Mit Hubschraubern, Wärmebildkameras und jeder Menge Personal suchte die Aargauer Polizei letzten Sommer nach dem Fensterbohrer, der im Suhrental sein Unwesen trieb und in den Kantonen Aargau und Luzern für mindestens 150 Einbrüche verantwortlich sein soll.

Als besonderen Anreiz hatte die Aargauer Polizei jenem Mitarbeiter, der den Einbrecher schnappt, sogar drei zusätzliche Ferientage versprochen. Ins Netz ging er aber der Luzerner Polizei. 

Sind die Luzerner die besseren Polizisten? Nein, sagt Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwalt: «Das hat viel mit Zufall zu tun.»

Der Fensterbohrer wurde Ende Dezember in Sempach LU in flagranti erwischt, weil Nachbarn auffällige Lichter beobachtet hatten und sofort die Polizei verständigten.

Weitere Faktoren, wie die Umgebung des Einbruchsobjekts oder die Gegenwart einer Patrouille, spielten in solchen Fällen eine wichtige Rolle.

Hinzu kommt, dass der Grossteil der Einbrüche auf Luzerner Boden stattfand. 113 Fälle werden ihm dort zur Last gelegt. Im Kanton Aargau sollen es immerhin 36 sein.

Beispiel für gute Zusammenarbeit

Der grosse Aufwand der Aargauer Kollegen war aber durchaus nicht umsonst. Zwischen den beiden Polizeikorps fand ein intensiver Austausch statt, bestätigt Simon Kopp.

Die einzelnen Fälle wurden zwischen Aarau und Luzern immer wieder abgeglichen. «Das ist wirklich ein gutes Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit», findet er.

Diese Zusammenarbeit könnte umso wichtiger werden, wenn es darum geht, dem fleissigen Fensterbohrer seine Taten nachzuweisen.

Das ist nun die Aufgabe der Luzerner Behörden. «Wir überprüfen noch, ob er alleine gehandelt hat und ob es noch Fälle in anderen Kantonen gibt», so Simon Kopp.

Die Tatsache, dass der mutmassliche Einbrecher kein Wort Deutsch spricht, macht es für die Ermittler nicht einfacher.

Nach 150 Einbrüchen gefasst

Nach 150 Einbrüchen gefasst

Der als Fensterbohrer berüchtigte Einbrecher ist nun hinter Gitter. Nach einer aufwändigen Suche wurde er in Luzern auf frischer Tat ertappt.

Fahndungserfolg im Vordergrund

Bei der Aargauer Polizei hat man jedenfalls keinen Grund, auf die Luzerner Kollegen neidisch zu sein. «Hauptsache, er ist gefasst», meint Kapo-Sprecher Bernhard Graser. Im Vordergrund stehe schliesslich der Fahndungserfolg.

Insbesondere für die Bevölkerung sei dies wichtig, wo die nächtlichen Einbrüche für grosse Verunsicherung sorgten. Und auch der Polizeisprecher weiss: «Manchmal braucht es das nötige bisschen Glück.»

Und die drei Freitage für die Verhaftung, die dem Polizisten in Aussicht gestellt wurden, der die Handschellen klicken lässt? Bei der Luzerner Polizei gibt es keine solche Belohnung, hält Simon Kopp fest und witzelt: «Es war ja ein Polizeihund, vielleicht hat er einen besonders grossen Knochen bekommen.»

Kopfgeld für erfolgreiche Polizisten

Kopfgeld für erfolgreiche Polizisten (Tele M1, 15. September 2015)

Mit allen Mitteln wird nach der Einbrecherbande im Suhrental gefandet. Derjenige Aargauer Polizist, der die Fensterbohrer erwischt, wird mit 3 Tagen Ferien belohnt.