Tadschikistan und Schlossrued haben nichts gemeinsam. Während fast das halbe Staatsgebiet von Tadschikistan auf über 3000 Meter über Meer liegt, hat Schlossrued «nur» zwei Hügelketten vorzuweisen. Die Strasse ins Ruedertal ist ebenfalls nicht zu vergleichen mit dem Pamir Highway, der Hauptverkehrsstrasse quer durchs zentralasiatische Hochgebirge.

In rund zwei Wochen, am 21. Oktober, aber veranstalten Tadschikistan und Schlossrued einen gemeinsamen Abend: Das Botschaftspersonal und der Botschafter der Republik Tadschikistan, Jamshed Khamidov, stellen in der Schlossrueder Aula ihr Land, ihr Essen und ihre Kultur vor. Der Anlass wurde initiiert von der Kulturkommission «Schlossrued läbt».

Wie kommt die Kommission zu diesem hohen Besuch? Die Beziehung nach Tadschikistan sei per Zufall zustande gekommen, sagt Urs Riedo, Mitglied der Kulturkommission. «Eine unserer Nachbarinnen hat berufliche Beziehungen zu Diplomaten», erzählt er. Eines Abends habe besagte Nachbarin an seiner Tür geklingelt und gesagt, der Botschafter aus Tadschikistan hocke in ihrer Stube und habe ein Anliegen. Urs Riedo ging in die gute Stube und hörte sich die Idee des Botschafters an: Weil er in seiner Funktion auch für die Vermarktung des Landes zuständig sei, würde er gerne über sein Land informieren. Zusammen schauten sie sich die Aula und deren Infrastruktur an – und der Kulturaustauschabend stand fest.

«Vor der Begegnung mit dem Botschafter wusste ich nicht einmal, wo Tadschikistan genau liegt», sagt Urs Riedo. «Wir wollen nun die Möglichkeit bieten, am Kulturaustauschabend dieses Land und seine Leute kennen zu lernen.» Für die Organisation des Abends war Riedo beinahe wöchentlich mit der Botschaft von Tadschikistan, die sich in Genf befindet, in Kontakt. Am 21. Oktober um 20 Uhr ist die Schlossrueder Aula nun in tadschikischer Hand. Neben einer Präsentation gibt es Musik, Tanz und typische Spezialitäten zum Probieren. (cwu)