Bottenwil

Wanderer können nun virtuell Routen im Uerkental ablaufen

Beat Hügli in seinem Terrassengarten hinter dem Schäfernhof in Bottenwil.

Beat Hügli in seinem Terrassengarten hinter dem Schäfernhof in Bottenwil.

Beat Hügli, Präsident der «Buntspechte», hat eine virtuelle Wanderkarte mit neun Routen geschaffen. Besonderheit: Der Familienvater gibt bei jeder Wanderung an, inwiefern sie kinderwagentauglich ist.

«Ich bin ein stolzer Bottenwiler und wohne gerne hier», sagt Beat Hügli. Deshalb möchte er die vielen schönen Wanderwege rund um Bottenwil Einheimischen, Neuzuzügern und Auswärtigen bekannter machen. Vor einigen Jahren hat er seine Idee einer virtuellen Wanderkarte mit neun Routen umgesetzt.

Publiziert sind sie auf der Homepage des Naturschutzvereins Buntspechte, dessen Präsident Hügli ist. «Realisiert habe ich das Projekt aber unabhängig vom Naturschutzverein. Ich denke einfach, die Homepage der ‹Buntspechte› ist das ideale Umfeld für eine virtuelle Wanderkarte.»

Inhaber einer Internet-Firma

Beruflich ist Beat Hügli weder Bauer noch Gärtner. Der gelernte Polygraf bietet mit seiner webpark AG Internetdienstleistungen an. Das Erstellen einer virtuellen Wanderkarte war für ihn naheliegend. Er hat bereits 2008 die Routen ausgesucht und fotografiert, 2012 haben die Lehrlinge der webpark AG das Projekt zum Laufen gebracht.

Von jeder Wanderung kann ein pdf mit der Route und den dazugehörenden Bildern heruntergeladen werden, ausserdem sind Länge, Dauer und Höhendifferenz ersichtlich. Als speziellen Service hat der bald vierfache Vater bei jeder Wanderung angegeben, zu wie viel Prozent die Strecke kinderwagengängig ist.

Sortenbetreuer von ProSpecieRara

Beat Hügli – in Bottenwil wird er einfach Böbu genannt – zieht es viel in die Natur. Und er hat ein Faible für alte Sachen. Sein Zuhause, ein Bauernhaus am Schäfernweg, wurde 1807 erbaut und ist eines der ältesten Häuser von Bottenwil. Zusammen mit seiner Frau Manuela hat Hügli das Haus zu einem Kleinod umgebaut. Weil zum Grundstück fast nur hügeliges Land gehört, haben sie einen grossen Garten in Terrassenform angelegt.

«Hier kultivieren wir auch Pflanzen von ProSpecieRara», sagt Hügli. Er ist Sortenbetreuer und trägt dazu bei, dass die alten, traditionellen Pflanzen nicht verschwinden. Aus dieser Überlegung heraus hält er auch Hühner: fünf Appenzeller Spitzhaubenhühner und einen Hahn.

«Weltweit gibt es von unserem Farbschlag Reingold nur noch maximal 30 Exemplare», sagt der knapp 39-Jährige stolz. Drei Esel, ein English Cocker Spaniel und fünf Katzen vervollständigen die Schar der tierischen Bewohner, die auf dem Schäfernhof leben. «Ich möchte meinen Kindern ermöglichen, in einer naturnahen Umgebung aufzuwachsen und Dinge zu erleben, die heute nicht mehr selbstverständlich sind.» Deshalb käst Hügli auch regelmässig.

Nicht immer kinderwagengängig

«Ob man die Route mit Kinderwagen bewältigen kann oder nicht, hängt natürlich individuell von den Eltern ab», meint Hügli. Aus seiner Sicht bedingt kinderwagengängig sind Strecken, die sehr steil oder wenig befestigt sind oder wo man den Kinderwagen etwas anheben muss. Nicht kinderwagengängig seien hingegen Wegstücke, auf denen der Kinderwagen weit hochgehoben werden müsse, beispielsweise über Dornen, oder wenn der Weg mehr ein Trampelpfad als eine Strasse sei.

Damit jeder weiss, worauf er sich bei den Wanderungen einlässt, können die Wege vorgängig am Computer angeschaut werden. «Einige drucken sich dann die wichtigsten Punkte aus, damit sie wissen, in welche Richtung sie gehen müssen», sagt Hügli.

Die Strecke erst während der Wanderung auf dem Handy anschauen, empfiehlt er jedoch nicht. «Je nach Anbieter hat man nicht überall Empfang», warnt Beat Hügli.

Weil auf den Bildern auch Liegenschaften abgebildet sind, hat Beat Hügli der Bottenwiler Bevölkerung die Möglichkeit gegeben, sich gegen die Publikation ihrer Liegenschaft zu wehren. So wurde im Dorf auch bekannt, dass der Naturbegeisterte eine virtuelle Wanderkarte geschaffen hat.

«Ich habe eigentlich nur positives Feedback erhalten», erzählt er. Einige ältere Dorfbewohner, die kein Internet haben, seien sogar bei ihm im Büro vorbeigekommen, um sich über die virtuelle Karte zu informieren.

Und wo wandert Beat Hügli mit seiner Familie? «Ich bin ein Schweiz-Fan und mache meist in der Schweiz Ferien», sagt er. Am liebsten seien ihm aber die Wanderrouten in und um Bottenwil. Die in der virtuellen Karte vorgestellten Wanderungen gehören deshalb auch zu Hüglis Repertoire.

Er kennt allerdings noch zahlreiche weitere Strecken rund um Bottenwil. «Die virtuelle Karte zu erweitern, steht zur Diskussion. Geplant ist aber noch nichts.»

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