Wynental
Wahrlich eine Velo-Höhenfahrt, wie sie im Büchlein steht

Aargau Tourismus schlägt in «Velofahren im Aargau» einen Ausflug in luftige Höhen vor – diesen haben wir erlebt.

Peter Siegrist
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Der fantastische Rundblick entschädigt für die Anstrengung.
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Blick vom Homberg ins Seetal mit Hallwiler- und Baldeggersee.
See- und Wynental: Wahrlich eine Velofahrt wie sie im Büchlein steht
Karte Velotour
Von der Waldegg aus erscheint der Homberg als sanfter Hügel.
Panoramablick ins See- und Wynental vom Hombergturm (788 m ü. M.) gegen Norden. In der Bildmitte ist die Dampffahne des Kernkraftwerkes Gösgen zu erkennen.

Der fantastische Rundblick entschädigt für die Anstrengung.

Peter Siegrist

Wir Reinacher haben eigentlich zwei Hausberge: den Homberg mit 788 M.ü.M. und den Stierenberg mit 872 M.ü.M. Beide Hügel stehen im Zentrum der Radtour, welche Aargau Tourismus in seiner neuen Broschüre «Velofahren im Aargau» vorschlägt. Also aufgestiegen und losgetreten.

Mein Begleiter, Pius Häfliger (ein Luzerner auf Entdeckungstour im Aargau) und ich wählen die vorgeschlagene Route von Reinach aus. 25 Kilometer und rund 570 Höhenmeter erwarten uns, bis wir wieder in Reinach ankommen.

Wer hat Angst vor dem Homberg?

Bereits in Beinwil am See verlangt die Broschüre einen Entscheid: Geradeaus Richtung Birrwil oder die «Herausforderung auf die Höhe des Hombergs annehmen» (blaue Route auf der Karte unten)? Wir setzen auf sportlich und erfahren kurz vor den Gehöften des Untern Flügelbergs, was genau herausfordert.

Dieses kurze Teilstück ist so steil, dass wir selbst mit dem 21. Gang fast zum Stillstand kommen. Doch bald erreichen wir die bekannte Haarnadelkurve am Waldrand, dann das Plateau, und wir fahren locker zum Aussichtsturm. Wir steigen die Stufen hoch, und ein grossartiger Rundblick entschädigt uns für die Anstrengung.

Die Route führt uns nordwärts weiter durch den Wald bis zur Verbindungsstrasse Birrwil-Zetzwil. Fahrer, die auf den Homberg verzichten, fahren von Beinwil via Birrwil nach Zetzwil. Nach Zetzwil queren wir das Wynental, haben jetzt den Homberg im Rücken und erblicken im Westen bereits das nächste Ziel: den Geisshof oberhalb Gontenschwil.

Ein zweiter, steiler Aufstieg und dann eine kurze Schussfahrt hinunter nach Mullwil im Sagenbachtäli hinter dem Stierenberg. Geschichtlich interessierte Radfahrer können hier beim Weiler «Sage» noch die Überreste der Ruine Hinter Reinach aufsuchen.

Uns zieht es weiter, wir steigen, jetzt im Kanton Luzern, ein Stück die Südwestflanke des Stierenbergs hoch, um dann genussvoll zum Restaurant Waldegg hinunter zu rollen und einzukehren. Die Testfahrt an einem Dienstag hatte ihre Tücken, mussten wir doch feststellen, dass die meisten Restaurants am Dienstag Ruhetag feiern. Um so schöner, dass die Waldegg, hoch über Reinach-Menziken gelegen, uns empfing.

aargau Tourismus schlägt die Höhenfahrt als touristisches Produkt zum Buchen vor. Dabei wird der Ausflug mit kulinarischen Höhepunkten gespickt. Ein Znüni wird den Velofahrern in der Buurestube Birrwil oder im Gasthof Homberg serviert. Im Gasthof Löwen oder im Restaurant Geisshof in Gontenschwil steht ein Mittagessen bereit. Und zum Schluss wartet wahlweise im Restaurant Waldegg oder im Café Wynestübli in Reinach ein Zvieri auf die Radler. Ergänzt wird das Angebot mit einer regionalen Spezialität. Wer das «Paket» für die 33 Franken bucht, der geniesst eine Tour in schöner Landschaft und muss nie Hunger leiden.

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