Muhen
Während des Jahrhundertprojekts büffeln die Schüler im Container

Auf dem Schulareal in Muhen sind grosse Sanierungen sowie Neubauten geplant. Am Mittwoch wurde dafür ein provisorisches Klassenzimmer per mit dem Sattelschlepper angeliefert.

Pascal Meier
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Das Schulprovisorium wird nach den Herbstferien von einer Kindergartenklasse bezogen.

Das Schulprovisorium wird nach den Herbstferien von einer Kindergartenklasse bezogen.

Pascal Meier

Das neue Müheler Klassenzimmer kam per Sattelschlepper. Acht vorgefertigte rechteckige Elemente vom Schulprovisorium wurden gestern von der österreichischen Herstellerfirma Containex angeliefert und millimetergenau auf das vorbereitete Betonfundament am Rand des Sportplatzes gestellt. Routiniert verbanden Arbeiter die Elemente zum 90 Quadratmeter grossen Klassenzimmer.

Weitere 60 Quadratmeter im Container sind für sanitäre Anlagen und den Eingangsbereich reserviert. Nach den Herbstferien wird hier eine Kindergartenklasse mit rund zwei Dutzend Mädchen und Buben einziehen.

Die Gemeinde Muhen hat das provisorische Klassenzimmer wegen der hohen Belegung in den Kindergartenabteilungen bestellt. Zudem erhöht das zusätzliche Zimmer den Spielraum im Schulbetrieb, wenn in den kommenden Jahren die abgeschlossene Schulraumplanung umgesetzt wird. Denn fast alle Schulgebäude müssen saniert, umgebaut oder durch einen Neubau ersetzt werden.

Für die Gemeinde ist das ein Jahrhundertprojekt: In der Finanzplanung sind dafür insgesamt rund 27 Millionen Franken vorgesehen. Gemäss aktueller Planung geht der Gemeinderat von tieferen Kosten aus. Dennoch bleibt es ein grosser Brocken.

Bauten in schlechtem Zustand

Dringender Handlungsbedarf besteht auf der Müheler Schulanlage aus mehreren Gründen: Zum einen drücken immer mehr Mädchen und Buben die Schulbank, weshalb der Platz ständig knapper wird. Gleichzeitig beansprucht die Primarschule durch den Wechsel auf das Schulmodell 6/3 mehr Räume. Und nicht zuletzt ist die Schulanlage zum Teil stark veraltet und in schlechtem Zustand.

«Alle Mängel aufzuführen, würde den Rahmen sprengen», sagte die damalige Frau Gemeindeammann Cornelia Wüthrich im Herbst am Informationsabend. Mit dem Projekt soll zudem der Schulbetrieb neu organisiert werden: Die Oberstufe wird im Schulhaus Nord konzentriert, die Mittelstufe im Schulhaus Ost und die Unterstufe im Neubau Schulhaus Süd.

Die Neu- und Umbauten sind in zwei Etappen geplant: Ende Jahr will der Gemeinderat der Gemeindeversammlung einen Kredit beantragen für die Sanierung und den Umbau des Mehrzweckgebäudes (mit Turnhalle), den Schulhäusern Nord und Ost (altes Schulhaus) sowie den Kindergarten. Sagt die Bevölkerung Ja dazu, wird im nächsten Jahr mit den Bauarbeiten begonnen.

Als zweite Etappe planen Gemeinderat und Schule, das 1948 erbaute Schulhaus Süd inklusive Turnhalle abzureissen und durch einen Neubau mit Doppel-Turnhalle zu ersetzen. Am Dreifach-Kindergarten sind nur geringfügige Massnahmen geplant. Läuft beim Bau alles nach Plan, kann die vollständig umgebaute Müheler Schulanlage im Schuljahr 2018/2019 in Betrieb genommen werden.

Was danach mit dem Schulprovisorium geschieht, ist noch unklar. Die Gemeinde hat dieses für rund 60 000 Franken gekauft. «Auf eine Nutzungsdauer von etwa drei Jahren kommt das Muhen günstiger als die Miete», sagt Schulpfleger Nils Hunziker. «Der Gemeinderat wird dann später entscheiden, ob das Provisorium verkauft wird oder es für andere Zwecke in Muhen genutzt werden kann.»

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