Walde

«Wändrohrfrönde» feiern alte Feuerwehr-Handpumpen und -Motorspritzen

Patrick Erismann posiert mit dem ältesten Stück der «Wändrohrfrönde», der restaurierten Handdruckpumpe von 1869.

Patrick Erismann posiert mit dem ältesten Stück der «Wändrohrfrönde», der restaurierten Handdruckpumpe von 1869.

Die «Wändrohrfrönde» kümmern sich um alte Feuerwehrgeräte. Sie haben diese im Rahmen des «Wändrohrfestes» ausgestellt.

Die Messingteile glänzen, die Farbe ist aufgefrischt, die Handspritze aus dem Jahr 1869, gefertigt von Caspar Diener, Schöftland, ist noch funktionstüchtig und war am Samstag eines der Schmuckstücke des «Wändrohrfestes». Viele Stunden Arbeit haben Patrick Erismann und Martin Häfeli in die Restauration alter Feuerwehrgeräte gesteckt, seit sie vor rund sechs Jahren die Interessengemeinschaft «Wändrohrfrönde Waudi» gegründet haben. «Wändrohr» ist eine alte Bezeichnung für das vorderste Stück eines Feuerwehrschlauches, heute nennt man es Strahlrohr.

Flammen und Gelächter: Die Vorführung des Feuerwehrvereins Kulmerau.

Flammen und Gelächter: Die Vorführung des Feuerwehrvereins Kulmerau.

Zusammen mit ihren Ehefrauen und Kindern haben Erismann und Häfeli am Samstag zum vierten Mal das «Wändrohrfest» durchgeführt, um der Bevölkerung die alten Pumpen und Feuerwehrfahrzeuge zu zeigen. Eingeladen waren auch befreundete Feuerwehrvereine, welche ihre Oldtimer präsentierten. «Unser Ziel ist es, das alte Feuerwehrmaterial zu erhalten und zu zeigen, welche Geräte man früher benutzt hat», erzählt Patrick Erismann.

Neben einem Mowag aus dem Jahr 1953 unterhalten die «Wändrohrfrönde» mehrere Löschgeräte. Das älteste Stück, die Handdruckpumpe aus dem Jahr 1869, war immer in Schmiedrued im Einsatz. Eine 80-jährige Motorspritze aus der Munitionsfabrik Altdorf ist der zweite Stolz von Erismann und Häfeli. Eine weitere mit Baujahr 1956 hat lange Jahre in der Gemeinde ihren Dienst versehen. «Es ist schön, dass wir diese Geräte im Dorf behalten können, dass sie nicht verkauft wurden», sagt Erismann. Die Hand- und Motorspritzen, Schlauchwagen und Löschanhänger stehen in den Garagen der Familien Erismann und Häfeli sowie in gemeindeeigenen Unterständen.

Brandbekämpfung anno dazumal

Für die Besucher des «Wändrohrfestes» hielten die Veranstalter mehrere Attraktionen bereit. Die Kinder durften in einem alten Feuerwehrauto mitfahren und Wasser spritzen. Das fachkundige Publikum konnte die ausgestellten Feuerwehrgeräte begutachten und der Feuerwehrverein Kulmerau zeigte mit einem kleinen Theater, wie früher Brände gelöscht wurden: Nach dem Brandalarm – ein Holzhäuschen stand in Flammen – versuchten zuerst die Frauen, die gerade am Brunnen Wäsche wuschen, das Feuer mit Kübeln zu löschen.

Als dies nichts nützte, kam eine Kübelspritze aus dem Jahr 1845 zum Einsatz. Erst mit der Handdruckpumpe, Jahrgang 1879, betätigt von acht Männern und Frauen, gelang es, den Brand zu löschen. Das Holzhäuschen war zwar nur noch Asche, doch es gelang den Leuten, den Brandstifter zu fassen und zur Strafe in den Brunnen zu werfen – zum grossen Gaudi der «Wändrohrfest»-Besucher.

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